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Nach russischem Gas-Stopp: Polen und Bulgarien setzen auf alternative Pipeline-Projekte

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Von Euronews  mit dpa, AP
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Bauarbeiter in Komotini, Nordgriechenland, wo eine neue Pipeline zwischen Bulgarien und Griechenland entsteht, 21.03.2022
Bauarbeiter in Komotini, Nordgriechenland, wo eine neue Pipeline zwischen Bulgarien und Griechenland entsteht, 21.03.2022   -   Copyright  Dimitris Tosidis/AMNA via AP

Bis zum Juni soll eine neue Erdgas-Leitung zwischen Griechenland und Bulgarien fertig gestellt werden. Sie soll nicht nur Bulgarien mit Erdgas versorgen, sondern auch den Nachbarländern Zugang zu neuen Netzverbindungen verschaffen. Ein weiterer Schritt, um die Abhängigkeit der EU von russischen Lieferungen reduzieren.

George Tasakos, Leiter des Bereichs "Pipelines und Netzwerke" der AVAX-Gruppe erklärt: 

"Die ICGB-Pipeline steht für Inter Connector Greece Bulgaria Pipeline. Es handelt sich um eine Hochdruck-Stahlpipeline, die Erdgas aus dem griechischen in das bulgarische Erdgasleitungssystem transportieren wird."

Unterdessen haben die bulgarische und die rumänische Regierung eine Zusammenarbeit im Energiebereich angekündigt, um den Einfluss Russlands auf dem Gasmarkt zu verringern. Bulgariens Ministerpräsident erklärte, dass man Gas aus Rumänien in die Türkei und umgekehrt leiten könne.

Bulgarien blickt auch nach Aserbaidschan als mögliche Gasquelle. Nachbarland Griechenland erhält von dort rund eine Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Dieses strömt durch die Transadriatische Pipeline (TAP) über die Türkei und endet in Italien.

Polen und die Tschechische Republik haben angekündigt, ihre Gespräche zum Neubau der Gaspipeline "Stork II" wiederaufzunehmen. Das Projekt war vor zwei Jahren zu den Akten gelegt worden, doch beide Länder zeigten sich angesichts der geopolitischen Lage offen für eine Zusammenarbeit im Energiebereich.

Die Tschechische Republik ist zu mehr als 90 Prozent von russischen Gas-Lieferungen abhängig.

Russland hatte in der vergangenen Woche die Gaslieferungen an Bulgarien und Polen eingestellt.

Trotz des Lieferstopps nach Bulgarien verläuft die Weiterleitung des für Serbien und Ungarn bestimmten russischen Gases nach Angaben der Regierungen in Belgrad und Budapest bisher reibungslos. "Wir beziehen das Gas ordnungsgemäß in den vereinbarten Mengen über die Pipeline Balkan Stream", teilte die serbische Energieministerin Zorana Mihajlovic am Mittwoch mit.

Sowohl Serbien als auch Ungarn erhalten den Großteil ihrer russischen Erdgaslieferungen über die Pipeline Balkan Stream. Der Ableger der Turkish-Stream-Röhre war erst Anfang 2021 in Betrieb genommen worden. Beide Länder sind wie Bulgarien bei der Gasversorgung in hohem Maße von russischen Importen abhängig.