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Streik lähmt Zugverkehr in Großbritannien – nur jeder fünfte Zug fährt

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Von Euronews  mit AP, AFP, dpa
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Reisenden wurde geraten, nur wenn unbedingt notwendig mit dem Zug zu fahren.
Reisenden wurde geraten, nur wenn unbedingt notwendig mit dem Zug zu fahren.   -   Copyright  Frank Augstein/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Ein landesweiter Streik hat den Bahnverkehr in Großbritannien nahezu lahmgelegt. Zehntausende Beschäftigte verschiedener Zugunternehmen legten am Donnerstag ihre Arbeit nieder. Auch für Samstag ist ein Bahnstreik angekündigt. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Regierung: "faires Lohnangebot"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft RMT, Mick Lynch, warf der konservativen Regierung eine "Anti-Gewerkschafts-Agenda" vor, die den Tarifstreit verlängere. "Wir wollen an insgesamt sechs Tagen streiken. Die Unternehmen wollten schon vor vielen Monaten Leute entlassen, aber das konnten wir verhindern. Uns liegen ein paar verbesserte Angebote vor. Aber wir scheinen auch den Geist der Solidarität unter den Briten geweckt zu haben." Es gebe viel Unterstützung, die Menschen kämen zurück zu den Konzepten des kollektiven Handelns, des Streiks und der Solidarität der Arbeiter.

Die Regierung sagt, sie wolle, dass das Bahnsystem in der Zukunft nachhaltig finanziert sei. Den Bahnangestellten sei ein faires Lohnangebot unterbreitet worden.

Fahrgast: "Werde spät dran sein"

Landesweit fuhr nur jeder fünfte Zug. Zum Leidwesen der Pendlerinnen und Pendler. Beispielsweise Usama Sarda. Er ist im Südwesten Londons gestartet und hatte einen weiten Weg zu einer Hochzeit vor sich: "Ich sollte um 11 Uhr ankommen. Jetzt bin ich um 12 Uhr erst in Manchester. Und von dort dauert es noch einmal zwei Stunden. Ich werde also wirklich spät dran sein." Arsalan Yudin, der aus Berlin angereist ist, meint: "Es gibt eine gewisse Frustration, aber ich verstehe die Notwendigkeit des Streiks. Ich schätze, die Reaktionen sind gemischt."

Weitere Streiks im August

Gesteigert wurde die Streikbereitschaft von der Rekordinflation, die im Juli 10,1 Prozent erreicht hatte. In den kommenden Tagen sollen auch die Londoner U-Bahn und der größte Frachthafen des Landes bestreikt werden. Ab Ende August wollen mehr als 115.000 Angestellte der britischen Post vier Tage lang streiken.

Mitteilung des Schienennetzbetreibers Network Rail