Berlusconis Männerfreundschaft zu Putin - ein Problem für Meloni

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Von Euronews  mit ANSA
Silvio Berlusconi lässt die Männerfreundschaft zu Wladimir Putin offenbar wieder aufleben
Silvio Berlusconi lässt die Männerfreundschaft zu Wladimir Putin offenbar wieder aufleben   -   Copyright  Cecilia Fabiano/LaPresse

Das Wiederaufleben der Männerfreundschaft zwischen Silvio Berlusconi und Wladimir Putin überschattet die Regierungsbildung in Italien. Es heißt, Wahlsiegerin Giorgia Meloni sei die Geisel der Putin-Freunde.

Die Parteichefin der "Fratelli d'Italia" unterscheidet sich von anderen Rechtsextremen in Europa dadurch, dass sie sich vom Kreml distanziert hat und die Verbindungen ihres Landes zur NATO immer wieder betont. 

In einem geleakten Gespräch Berlusconis mit einem Parteifreund erzählt der Cavaliere, er habe den Kontakt zu Putin zuletzt wieder aufgenommen.

Im Wahlkampf waren die rechten Koalitionspartner um Giorgia Meloni geeint aufgetreten, jetzt könnte die Parteichefin der Fratelli d'Italia die Geduld mit dem 86-jährigen Berlusconi verlieren. Es hatte auch Streit mit dem Forza-Italia-Chef um den Posten des Parlamentspräsidenten gegeben.

Berlusconi berichtete, der Kreml-Chef habe ihm Ende September 20 Flaschen Wodka zum Geburtstag geschenkt. Und er nannte Putin einen friedlichen und sensiblen Menschen.

Die Affäre sorgt auch in Brüssel für Aufsehen. Ein polnischer Europaabgeordneter forderte Berlusconi dazu auf, er müsse den Wodka an Putin zurückschicken. Tatsächlich hatte sich der Italiener gebrüstet, er habe im Gegenzug 20 Flaschen Lambrusco nach Russland geschickt.

Die beiden Politiker verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Der russische Präsident war der Gast des ehemaligen Medienunternehmers in dessen Luxus-Villa auf Sardinien.

Zudem soll Berlusconi vor Jahren Putin eine Geburtsklinik im Schweizer Tessin empfohlen haben. Dort hat Berlusconis Tochter ein Kind zur Welt gebracht - und mindestens ein Kind von Putins mutmaßlicher Geliebten Alina Kabajewa soll im selben Krankenhaus geboren sein.

Indirekt machte Berlusconi in dem geleakten Gespräch die Ukraine für den Krieg verantwortlich. In einer Talkshow vor der Wahl in Italien hatte der Cavaliere auch gesagt, Putin sei von seinem Volk und von seinen Ministern zum Einmarsch in die Ukraine gedrängt worden.