Warum 13.000 Marokko-Fans in Katar kostenlos zum WM-Halbfinale dürfen

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Von Alexandra Leistner  mit AP
Fans in Rabat feiern den Sieg des marokkanischen Teams gegen Kanada am 1. Dezember 2022.
Fans in Rabat feiern den Sieg des marokkanischen Teams gegen Kanada am 1. Dezember 2022.   -   Copyright  Mosa'ab Elshamy/AP

Für Fans der marokkanischen Fußball-Nationalmannschaft wird am Mittwochabend ein Traum wahr: Ihr Team spielt um 20 Uhr gegen Frankreich, den amtierenden Weltmeister an.

Wer seiner Mannschaft nach Katar gefolgt ist oder für das Spiel extra anreist, will natürlich im Stadion dabei sein. Doch schon beim Achtelfinale gegen Spanien oder dem Viertelfinale gegen Portugal meldeten sich zahlreiche Fans zu Wort, die einfach nicht an bezahlbare Tickets für die Spiele der WM kamen. 

In sozialen Medien machten einige ihrem Frust Luft. Sie sahen sie Verantwortung bei der FIFA, die an marokkanische Unterstützer ein zu kleines Kontingent vorgesehen habe. Andere beschwerten sich über Schwarzmarkthändler, die Karten bis zu zehn Mal teuer als den Originalpreis weiterkauften.

Das soll sich für das Halbfinale nicht wiederholen: Der marokkanische Fußballverband hat an diesem Dienstag in Katar Karten für das Spiel kostenlos an marokkanische Staatsbürger:innen verteilt.

Nach Angaben des Journalisten Mowliid Haji Abdi sollen ganze 13.000 Tickets umsonst an Unterstützer der marokkanischen Nationalmannschaft gehen. Zudem seien 30 Flieger gecharter worden, mit denen Fans aus Marokko nach Katar gebracht werden, um das Spiel hautnah mitzuerleben.

Die Botschaft Marokkos in Katar war für die Verteilung der Tickets am Flughafen zuständig, wie Hespress berichtete.

Frankreich und Marokko treffen am Mittwoch um 20 Uhr MEZ aufeinander. Die Begegnung ist kulturell und politisch geprägt, weil Marokko von 1912 bis 1956 unter französischer Herrschaft stand.

Marokko hat in Katar alle Erwartungen übertroffen, indem es in der Gruppenphase Belgien besiegte und anschließend in der K.o.-Phase die europäischen Großmächte Spanien und Portugal ausschaltete, um das Halbfinale zu erreichen.

Keine afrikanische oder arabische Nation ist jemals so weit gekommen.