"Deutschland kann Aufbruch und Tempo": Scholz eröffnet erstes LNG-Terminal

Wirtschaftsminister Robert Habeck, Kanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner in Wilhelmshaven.
Wirtschaftsminister Robert Habeck, Kanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner in Wilhelmshaven. Copyright Michael Sohn/AP
Von Euronews mit dpa
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Nach nur zehn Monaten Bauzeit ist in Wilhelmshaven das erste deutsche Terminal für den Import von Flüssigerdgas in Betrieb gegangen. Berlin spricht von einem "Meilenstein", Umweltschützer haben Bedenken.

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Nach nur zehn Monaten Bauzeit ist in Wilhelmshaven das erste deutsche Terminal für den Import von Flüssigerdgas in Betrieb gegangen. Zur Einweihung waren Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und andere Regierungsvertreter vor Ort.

Scholz: "Unser Land kann Aufbruch und Tempo"

Jährlich sollen über das schwimmende Terminal sechs Prozent des Gasbedarfs ins Netz eingespeist werden. Kanzler Scholz sprach von einem guten Zeichen. "Unser Land kann Aufbruch und Tempo", sagte der SPD-Politiker in Wilhelmshaven. 

Man habe nach Ausbruchs des Kriegs in der Ukraine "sehr schnell entschieden, dass wir alles dafür tun wollen, dass wir auch unabhängig von den Gas-Lieferungen aus Russland in Deutschland die Energieversorgung mit Gas gewährleisten können."

Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner war bei der Eröffnung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven dabei.

Herzstück des Terminals ist das fast 300 Meter lange Spezialschiff "Höegh Esperanza", das künftig das von Tankschiffen angelieferte verflüssigte Erdgas in den gasförmigen Zustand umwandeln und in das deutsche Energienetz einspeisen soll. 

Scholz eröffnete das Terminal vom Ausflugsschiff "Helgoland" aus, das normalerweise Touristen transportiert. Rund 400 Gäste nahmen an dem Festakt auf dem Schiff teil.

Umweltschützer sehen Klimaziele in Gefahr

Fünf weitere LNG-Terminals sollen folgen. Für die deutsche Regierung ein wichtiger Schritt, um die Versorgungslücke zu schließen. Sie können nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zusammen ein Drittel der für die Versorgung Deutschlands benötigten Erdgasmenge aufnehmen.

Umweltschützer sehen die Pläne kritisch. Sie befürchten, dass durch die Terminal-Schiffe chlorhaltige Abwässer ins Meer geraten. Sie bemängeln auch, der Bau neuer Infrastruktur für fossilen Brennstoff stehe im Widerspruch zu den Pariser Klimazielen.

Die Deutsche Umwelthilfe kündigte rechtliche Schritte an, um eine Befristung des Betriebs durchzusetzen. Eine erste Klage läuft bereits. "Klimakrise und Energiekrise dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

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