Einigung in Belgien auf Laufzeitverlängerung von zwei Atomkraftwerken

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP, AFP
Atomkraftwerk in Belgien
Atomkraftwerk in Belgien   -   Copyright  AFP

Die belgische Regierung und der französische Energiekonzern Engie haben sich auf eine Laufzeitverlängerung von zwei der insgesamt sieben Atomkraftwerke des Landes um zehn zusätzliche Jahre geeinigt.

Statt Atomaustieg 2025: Tihange 3 und Doel 4 sollen 10 Jahre weiterlaufen

Die belgische Regierung hatte bereits im März letzten Jahres beschlossen, dass der nahe der deutschen Grenze gelegene Reaktor Tihange 3 sowie der bei Antwerpen gelegene Meiler Doel 4 bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen sollen. Über die Umsetzung und die Beteilung des belgischen Staates wurde noch mit dem Betreiber Engie verhandelt.

Ursprünglich war ein Atomausstieg 2025 vorgesehen. Bei der Entscheidung spielten der Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen auf Belgien und die Nachbarländer eine Rolle. Ziel ist es laut einer Mitteilung nun, die zwei Meiler nach den für die Verlängerung nötigen Arbeiten im Winter 2026 wieder in Betrieb zu nehmen.

Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten

"Mit diesen Entscheidungen können morgen die Arbeiten für die Verlängerung der beiden jüngsten Atomkraftwerke beginnen", sagte der belgischen Premierminister Alexander De Croo bei einer Pressekonferenz am Montagabend. Die Verlängerung sei entscheidend, um die Energieversorgungssicherheit in den nächsten zehn Jahren zu gewährleisten. An dem Vorhaben soll sich nach Angaben von De Croo zur Hälfte der belgische Staat und zur Hälfte der Betreiber Engie beteiligen.

"Der belgische Staat wird ein wichtiger Partner - bei einer äußerst effizienten Energieerzeugung, einer Energieform, die keine Treibhausgase produziert. In der Vergangenheit wurde sehr oft gesagt, dass die Entscheidungen zur Energiepolitik von Belgien nicht in Belgien, sondern in anderen Hauptstädten getroffen werden. Durch den heutigen Beschluss werden die Entscheidungen wieder in unserem Land getroffen", so de Croo weiter.

Sorge in Deutschland wegen mangelhaften Reaktoren

In Belgien wurde der Atomausstieg eigentlich schon 2003  gesetzlich festgelegt, doch die Debatte zieht sich seit Jahren. Derzeit sind noch sechs Meiler am Netz, ein siebter wurde bereits im vergangenen Jahr abgeschaltet.

In Deutschland sorgen die belgischen Atommeiler aus den 1970er und 80er Jahren immer wieder für Diskussionen. So wurden bei den Reaktoren im Nachbarland mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Die Stadt Aachen und die Bundesregierung haben in der Vergangenheit gefordert, die Kernkraftwerke stillzulegen.