Film-Ikone Gina Lollobrigida im Alter von 95 Jahren verstorben

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Von Euronews
Gina Lollobrigida
Gina Lollobrigida   -   Copyright  Girolamo di Majo/AP1964

Italiens Kino-Ikone, Fotografin und Bildhauerin Gina Lollobrigida ist im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus in Rom verstorben. Sie hinterlässt ihren Sohn Mirko und Enkel Dimitri.

Sie war erst kürzlich in die Klinik eingeliefert worden, nachdem sie sich im vergangenen September einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte.

In den 1950er Jahren wurde Gina Lollobrigida das Sex-Symbol der internationalen Filmwelt, spätestens nachdem sie 1956 die angebetete Esmeralda im "Glöckner von Notre Dame" an der Seite von Anthony Quinn spielte.

Lange galt sie, in Anlehnung an den (ursprünglichen) Titel einer ihrer Filme als "die schönste Frau der Welt".

"Gina Nazionale" - ein weiterer Spitzname der Zeit -  war so beliebt, dass in den 1960er Jahren eine neugezüchtete Salatsorte, der Lollo Rosso, nach ihr benannt wurde. 

Luigina "Gina" Lollobrigida wurde 1927 in Subiaco, in den Bergen östlich von Rom, als Tochter eines Möbelherstellers geboren. 

Als Jugendliche arbeitete Gina Lollobrigida als Model und nahm an Schönheitswettbewerben teil. 1947 belegte sie den dritten Platz bei der Wahl zur Miss Italia. Auf ihrem Anmeldeformular für diesen Wettbewerb schrieb sie, dass sie ein Talent für die Schauspielerei habe, aber etwas Ernsthaftes mit ihren Talenten anfangen wollte.

1953 spielte sie an der Seite von Humphrey Bogart in dem Abenteuerfilm "Schach mit dem Teufel". Diese Rolle machte sie über Nacht zum Weltstar.

Sie tritt in über 60 Filmen auf und war eine Zeitlang eine der höchstbezahlten Filmschauspielerinnnen der Welt.

Doch bereits Anfang der 1970er Jahre wandte sie sich vom Film ab und begann eine beachtete Karriere als Photojournalistin. Etwas später studierte sie Bildhauerei und war dann auch in dieser Kunstform erfolgreich.

In den 1990er Jahren engagiert sich Lollobrigida als Botschafterin des Guten Willens beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, und bei deren Lebensmittelagentur FAO.

Ihr einziger Sohn, Milko, sorgte im vergangenen Jahr für Empörung unter den Fans von "La Lollo", als er vor Gericht ihre Entmündigung durchsetzte.

Kein Glück in der Politik

1999 wäre sie beinahe Abgeordnete des Europäischen Parlaments geworden, als Kandidatin der Partei des damaligen italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi. 

Ohne Zweifel hätten Brüssel und Straßburg mit ihrer Hilfe den Ruf, Städte ohne Glamour zu sein, überwinden können. Aber es sollte nicht sein, sie wurde nicht gewählt.