15 Punkte Strafabzug! Juve-Fans wittern "einen Trick" der UEFA

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Von Euronews  mit DPA/EBU
Da jubelten die Juve-Fans noch ungetrübt beim Spiel gegen azio am 13. November 2022 im Juventus-Stadion in Turin..
Da jubelten die Juve-Fans noch ungetrübt beim Spiel gegen azio am 13. November 2022 im Juventus-Stadion in Turin..   -   Copyright  Vincenzo PINTO / AFP

15 Punkte Abzug und plötzlich rutscht Juventus Turin vom 3. auf den 10 Platz in der der Serie A. Diese heftige Strafe hat das italienische Verbandsgericht wegen Bilanzfälschung verhängt. Andere Klubs, auf denen derselbe Vorwurf lastete, kamen glimpflich davon.

Eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit", gegen die der Fußball-Rekordmeister vor dem obersten Sportgericht des Italienischen Olympischen Komitees vorgehen will.

"Ein Trick" der UEFA

Juve-Anhänger glauben an eine Verschwörung. Paolo Bertinetti, Präsident des Fan-Clubs Associazione Amici della Juventus erklärt: "Sie haben Juventus genau so viele Punkte abgezogen, dass sie sich nicht für die Champions League, und nicht einmal für die Europa League qualifizieren können.

Natürlich könnte Juve die Coppa Italia gewinnen und dürfte dann von Rechts wegen in der Europa League spielen. Aber dann würde die UEFA mit dem richtigen Papierkram immer noch einen Trick finden, um Juve davon abzuhalten."

Anhänger vom FC Turin sehr erfreut

Eine auf der Straße befragte Frau meint: "Es wäre nur fair, auch die anderen Vereine einzubeziehen. Es ist ungerecht, dass nur Juventus büßen muss, wohl wissend, dass Juventus als Aktiengesellschaft seinen Anteilshabern gegenüber andere Verpflichtungen hat."

Ein aufgeregter Fan schimpft: "Ich finde es empörend, dass wir uns immer nur auf Juventus konzentrieren und nie auf die anderen schauen, denn das Problem der Kapitalgewinne betrifft alle Mannschaften."

Andere Turiner Fußballfans sind alles andere als entsetzt über die Klatsche.

Ein junger Mann sagt schmunzelnd: "Ich freue mich darüber."

Wirklich?

"Ja, ich bin Anhänger vom FC Turin!"

Einen Monat Zeit für den Einspruch

Das Berufungsgericht des Verbandes FIGC hatte es als erwiesen angesehen, dass Juve jahrelang seinen Spielern fingierte Marktwerte zuschrieb und diese in den Büchern vermerkte. 

Allein in den Jahren 2018, 2019 und 2020 soll die Vereinsbilanz so um mehr als 100 Millionen Euro beschönigt worden sein. Das Sportgericht hatte Juve und die andere Vereine wegen der Vorwürfe schon einmal freigesprochen - durch neue Erkenntnisse wurde das Verfahren aber wieder aufgenommen.

Juventus hat nach Eingang der Urteilsbegründung einen Monat Zeit für den Einspruch beim obersten Sportgericht des Coni. Dieses kann die Strafe dann aber nicht streichen oder den Punktabzug verringern, sondern lediglich den Fall zurück ans FIGC-Gericht geben, sollten Verfahrensfehler festgestellt werden.