Brüssel: Demo für Freilassung eines im Iran inhaftierten Belgiers

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Von Euronews  mit AFP, AP
Demonstration in Brüssel für die Freilassung von Olivier Vandecasteele, der im Iran im Gefängnis sitzt.
Demonstration in Brüssel für die Freilassung von Olivier Vandecasteele, der im Iran im Gefängnis sitzt.   -   Copyright  Photo : Olivier Matthys (Copyright 2023 The AP. All rights reserved)

In Brüssel haben über 1000 Menschen für die Freilassung eines im Iran inhaftieren Belgiers demonstriert. Olivier Vandecasteele, ein ehemaliger Mitarbeiter einer privaten Hilfsorganisation, wurde in Teheran wegen angeblicher Spionage und anderer Vorwürfe zu insgesamt 40 Jahren Haft und zu 74 Peitschenhieben verurteilt.

Seine Eltern haben an der Demonstration in Brüssel ebenfalls teilgenommen. Sein Vater, Bernard Vandecasteele, sagte am Rande der Veranstaltung: "Es ist sehr schwer für unsere Familie. Zum Glück bekommen wir Unterstützung von vielen und von Oliviers Freunden, sodass wir weiter leben können."

Für Olivier Vandecasteeles Mutter, Annie Santy,  ist es sehr emotional. "Es ist schwer für ihn, und für uns auch natürlich. Die Umstände, in denen er lebt, sind nicht gut, seine Gesundheit auch nicht." Es wird berichtet, er habe 25 Kilo verloren, es gehe ihm psychisch nicht gut. Seine Familie hofft auf einen Gefangenenaustausch.

Olivier Vandecasteele wurde am 24. Februar 2022 festgenommen. Er sitzt dort seit 11 Monaten in Einzelhaft. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty international sei das Urteil gegen Vandecasteele sinnlos und seine Inhaftierung willkürlich. Einen fairen Prozess habe er in Teheran nicht bekommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sagt, Vandecasteele habe im Iran kein faires Gerichtsverfahren bekommen

Vandecasteeles Unterstützer sagen, er sei Opfer von Irans Politik der "Geisel-Diplomatie". Teheran wolle Brüssel dazu bewegen, einen wegen Terrorismus inhaftierten iranischen Diplomaten freizulassen.

Dieser Diplomat, Assadollah Assadi, wurde 2021 für schuldig befunden, einen Anschlag auf eine Veranstaltung geplant zu haben, die 2018 von einer iranischen Exil-Oppositionsgruppe nahe Paris organisiert worden war.

Der Anschlag wurde von europäischen Geheimdiensten vereitelt, und Assadi, ein in Österreich stationierter Diplomat, der den Sprengstoff für die Bombe besorgt haben soll, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Im Juli 2022 unterzeichneten Belgien und der Iran ein Abkommen über den Austausch von Gefangenen, das Brüssel als einen Weg zur Freilassung von Vandecasteele ansah. Das belgische Verfassungsgericht setzte den Vertrag jedoch aus, nachdem exil-iranische Oppositionelle ihn mit der Begründung angefochten hatten, er würde zur Freilassung von Assadi führen.

Das Verfassungsgericht teilte mit, dass die Aussetzung bis zu einer Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Abkommens in Kraft sei.

Die belgische Regierung versichert immer wieder, dass sie "alles in ihrer Macht Stehende" tut, um die Freilassung von Vandecasteele zu erwirken, und sagt, sie habe das Anwälte-Team vestärkt, das Vandecasteele vertritt.

Anfang dieses Monats teilte die iranische Justiz mit, dass ein Revolutionsgericht Vandecasteele zu 12,5 Jahren Gefängnis wegen Spionage, 12,5 Jahren wegen Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen und 12,5 Jahren wegen Geldwäsche verurteilt hat.

Außerdem wurde er wegen Devisenschmuggels zu einer Geldstrafe von einer Million US-Dollar und zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.