Krieg, Sanktionen, Isolation: Harte Zeiten für den russischen Sport

Russische Sportler beim Fechten
Russische Sportler beim Fechten Copyright EVN
Von Euronews mit EVN
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Ein Jahr nach Russlands Invasion der Ukraine sind russische Athleten weitgehend isoliert. Für den Sport im Land haben die Sanktionen mittlerweile spürbare Folgen.

WERBUNG

Der Krieg hat den russischen Sport weitgehend isoliert. Wegen der Russland-Sanktionen blieben viele Athleten und Athletinnen von den großen Turnieren ausgeschlossen. Letztes Jahr zum Beispiel durfte Sankt Petersburg das Champions-League-Finale nicht ausrichten. Die Stimmung im russischen Sport ist schlecht - die Konsequenzen spürbar.

"Ein Jahr ist nicht genug Zeit, um von dramatischen Veränderungen zu sprechen, auch wenn wir eine traurige Bilanz bei bestimmten Sportarten ziehen müssen", sagt Nikolai Jeremenko, Chefredakteur der Zeitung "Soviet Sport". "Der russische Fußball verschlechtert sich schnell. Aber wir sind von einem vollständigen Absturz noch weit entfernt, auch wenn der Unterhaltungswert und viele andere Dinge sich rapide verschlechtern."

"Langweilig"

Schon als kleine Kinder haben Ivan und Andrey leidenschaftlich Fußball gespielt. Sie trainieren zwar weiter, aber geben zu, dass es nicht mehr dasselbe ist wie früher. "Fußball zu schauen ist langweilig geworden", sagen die beiden jungen Männer. "Keine Champions League, keine Möglichkeit, die Spiele zu schauen, nur die russische erste Liga."

Umstrittene Pläne des IOC

Das Internationale Olympische Komitee will russischen Sportler*innen die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 erlauben, allerdings unter neutraler Flagge. Für Russlands Olympisches Komitee kommt das nicht infrage. Auch für einige Athlet*innen ist das inakzeptabel.

"Die Aufgabe des Westens ist es, dafür zu sorgen, dass wir selbst diese Spiele ablehnen," ist der russische Olympia-Gewiner Aleksey Jakimenko überzeugt. "Ich denke, dass die meisten Athleten geneigt sind, unter neutraler Flagge an den Wettkämpfen teilzunehmen, und das ist verständlich, denn wir investieren viel Mühe ins Training, auch die eigene Gesundheit, und wollen der Welt beweisen, dass wir zu den Besten gehören."

Die EU und die Ukraine stellen sich gegen die russische Teilnahme an den Olympischen Spielen, um Moskau daran zu hindern, die Spiele für Propaganda-Zwecke auszunutzen.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

EU beschließt zehntes Sanktionspaket gegen Russland am ersten Jahrestag des Krieges

Ex-IS-Anhängerin Shamima Begum (23) wird die britische Staatsbürgerschaft entzogen

"Idol meiner Jugend": Trauer um Fußball-Legende Andreas Brehme