EventsVeranstaltungen
Loader

Find Us

FlipboardLinkedinInstagramTelegram
Apple storeGoogle Play store
WERBUNG

USA evakuieren ihre Botschaft im Sudan

US-Botschaftsangehörige werden aus dem Sudan ausgeflogen.
US-Botschaftsangehörige werden aus dem Sudan ausgeflogen. Copyright Mizuki Ikari/AP
Copyright Mizuki Ikari/AP
Von Euronews mit dpa
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die Lage im Sudan ist chaotisch und gefährlich.

WERBUNG

Die Lage im Sudan ist chaotisch und gefährlich. Schwere Gefechte in und um den Flughafen der Hauptstadt verhinderten bislang das Ausfliegen von Ausländern. Nun holen die USA ihre Diplomaten und deren Familienangehörige aus dem Land.

Die USA haben angesichts der schweren Kämpfe im Sudan ihre Regierungsmitarbeiter aus dem Land abgezogen und die US-Botschaft in der Hauptstadt Khartum geschlossen. Alle US-Diplomaten und ihre Angehörigen seien erfolgreich in Sicherheit gebracht worden, teilten das Weiße Haus und das US-Außenministerium in der Nacht zum Sonntag mit. US-Präsident Joe Biden rief die kriegführenden Parteien zu einem sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand auf. Er forderte sie außerdem auf, humanitäre Hilfe nicht zu behindern und den Willen des sudanesischen Volkes zu respektieren.

Vor rund einer Woche waren im Sudan Kämpfe zwischen den zwei mächtigsten Generälen des Landes und ihren Einheiten ausgebrochen.

Beide hatten das Land mit rund 46 Millionen Einwohner seit einem gemeinsamen Militärcoup im Jahr 2021 geführt. Nun kämpft De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, mit dem Militär gegen seinen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, den Anführer der mächtigen paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF). Eigentlich hätte Daglos Gruppe der Armee unterstellt und die Macht im Land wieder an eine zivile Regierung übertragen werden sollen.

Seit Tagen hatte sich das US-Militär mit anderen westlichen Staaten auf die Evakuierung eigener Staatsbürger vorbereitet. Zusätzliche Streitkräfte wurden dafür in Nachbarländer des Sudans verlegt.

Schwere Gefechte in und um den umkämpften Flughafen von Khartum hatten bislang verhindert, das Ausländer per Flugzeug aus dem Land gebracht werden konnten. Am Samstag stimmte General Al-Burhan der Evakuierung von Diplomaten und anderen Bürgern zu.

Die US-Regierung hatte vorab sehr deutlich gemacht, dass US-Amerikaner, die sich nicht als Diplomaten oder Botschaftspersonal im Sudan aufhielten, nicht damit rechnen könnten, aus dem Land geholt zu werden. Bereits seit längerer Zeit sei US-Bürgern dringend davon abgeraten worden, in den Sudan zu reisen, hieß es zur Begründung.

Zuletzt war in US-Medien die Rede davon gewesen, dass sich noch mehrere tausend US-Amerikaner im Sudan aufhalten könnten. Offizielle Angaben dazu gab es nicht.

Der Flughafen in Khartum stand in den vergangenen Tagen im Zentrum der Kampfhandlungen. Ausländische Diplomaten bemühten sich immer wieder um eine stabile Feuerpause für die Evakuierung. Am Mittwoch wurde ein erster Versuch abgebrochen, Deutsche mit Maschinen der Luftwaffe außer Landes zu bringen, weil die Sicherheitslage in der umkämpften Hauptstadt als zu gefährlich für einen solchen Einsatz eingeschätzt wurde. In Berlin tagt täglich ein Krisenstab. Die Bundeswehr traf vor Tagen schon Vorbereitungen für einen neuen Anlauf zur Evakuierung deutscher Staatsbürger und weiterer zu schützender Personen.

Hintergrund: Was sind die RSF?

Lange standen die berüchtigten Schnellen Einsatztruppen (Rapid Support Forces, RSF) eng mit dem sudanesischen Militär in Verbindung. Nach dem gemeinsamen Putsch von Streitkräften und RSF gegen Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir im April 2019 wurde RSF-Chef Mohammed Hamdan Daglo zum zweiten Mann im regierenden Militärrat hinter Oberbefehlshaber Abdel Fattah al-Burhan.

Manche sahen in Daglo, meist Hemedti genannt, gar den eigentlich mächtigsten Mann des Landes. Sein Paramilitär soll nach verschiedenen Schätzungen zwischen 70 000 und 100 000 oder sogar bis zu 150 000 Kämpfer umfassen.

Die RSF gingen aus arabischen Reitermilizen hervor, die während des Darfur-Konflikts in den 2000er Jahren mit dem Segen des Regimes brutal gegen Volksgruppen in der westlichen Provinz vorgingen. Experten werfen den Truppen schwere Menschenrechtsverletzungen und Menschenschmuggel vor. An der rabiaten Unterdrückung der zivilen Opposition waren sie zuletzt auch beteiligt.

Jüngst allerdings eskalierte der Machtkampf zwischen Armee und RSF brutal. Zu gewalttätigen Spannungen führt, dass die RSF-Kämpfer im Zuge des geplanten Übergangs zu einer zivilen Regierung im Sudan in die regulären Streitkräfte eingegliedert werden sollen.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

EU-Bilanz: Schon 1000 Ausländer aus dem Sudan evakuiert

Chaos im Sudan: Zahl der Toten steigt auf 270, Verwirrung um Feuerpause

Sudan: Deutschland sagt am Jahrestag des Kriegs Millionenhilfe zu