Kiew wirft Moskau Angriffe auf Wohngebiete vor, um verfrühte Gegenoffensive zu provozieren

Ukrainische Scharfschützen nahe Bachmut
Ukrainische Scharfschützen nahe Bachmut Copyright Libkos/AP Photo
Von Euronews
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Die Ukraine hofft auf weitere Waffenlieferungen und Kampfjets aus dem Westen. Beide Kriegsparteien haben mit Munitionsengpässen zu kämpfen.

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Unmittelbar vor der erwarteten ukrainischen Großoffensive hat Kiew das Kriegsrecht und die allgemeine Mobilmachung um weitere 90 Tage bis bis zum 18. August verlängert. 

Beides war unmittelbar nach dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 ursprünglich für 30 Tage ausgerufen worden - und seitdem immer wieder verlängert worden. Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das osteuropäische Land daher nur in Ausnahmefällen verlassen.

Beide Seiten haben mit Munitionsengpässen zu kämpfen

Kiew hofft zudem auf weitere Waffenlieferungen und Kampfjets aus dem Westen. Beide Kriegsparteien haben mit Munitionsengpässen zu kämpfen.

Der russische Verteidigungsminister Schoigu sagte am Dienstag, er habe vom Hersteller taktischer Raketen die Verdopplung der Produktion verlangt. Das Staatsunternehmen liefere zwar fristgerecht, "aber gerade jetzt ist es nötig, die Produktion von Hochpräzisionswaffen in kürzester Zeit zu verdoppeln."

Die Ukraine hat Russland vorgeworfen, gezielt Wohngebiete zu attackieren. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie direkte Angriffe eben auf zivile Mehrfamilienhäuser oder Orte ausführen, an denen es viele Häuser der Zivilbevölkerung gibt", so Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. Durch die Taktik wolle Moskau die Ukrainer provozieren.

Kreml testet, ob Ukraine eigenen Luftraum schützen kann

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere russische Raketenangriffe mit zivilen Opfern gegeben. Insbesondere in der Stadt Uman forderte ein Raketeneinschlag in einem Wohnhaus am Freitag viele Todesopfer. 

Auch in der Stadt Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk verursachten russische Marschflugkörper schwere Schäden und töteten mindestens zwei Menschen. Der Kreml wolle testen, ob die Ukraine in der Lage sei, den eigenen Luftraum zu schützen hieß es weiter aus Kiew.  

Mit ihrer Bitte nach ausländischen Kampfjets war die Ukraine bislang im Westen noch nicht erfolgreich. Das werde sich nach Einschätzung von Außenminister Kuleba aber ändern: Es sei eine "Frage der Zeit", bis die USA der Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen zustimmen werde. Er meinte, ein Erfolg der ukrainischen Gegenoffensive habe Einfluss auf das Vorgehen Amerikas in der Sache. *Wenn wir die F-16 bereits jetzt hätten, wäre die Gegenoffensive weitaus schneller", sagte er.

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