Der gefürchtete "Dolch" - Kiew soll russische Hyperschallrakete abgefangen haben

Eine russische Kischal-Rakete - Archivbild
Eine russische Kischal-Rakete - Archivbild Copyright AP/AP
Von Euronews mit dpa, AP
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Sie gilt als eine der modernsten Raketen in Moskaus Waffenarsenal: Die Hyperschallrakete des Typs Kinschal. Nun soll die Ukraine eine solche Rakete über der Region Kiew abgefangen haben.

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Der ukrainischen Armee ist es nach eigenen Angaben gelungen, eine moderne russische Hyperschallrakete des Typs Kinschal abzufangen. Der Abschuss sei mithilfe des US-Abwehrsystems Patriot erfolgt.

Am Samstag schrieb der ukrainische Luftwaffenchef, Mykola Oleschtschuk, in seinem Telegram-Kanal: "Ich gratuliere dem ukrainischen Volk zum historischen Ereignis. Ja, wir haben die 'einzigartige' Kinschal-Rakete abgefangen. Es passierte bei einem nächtlichen Angriff über der Region Kiew. Die X-47-Rakete wurde aus einem Mig-31K-Kampfjet aus russischem Territorium abgefeuert worden."

Der gefürchtete "Dolch"

Die acht Meter lange Kinschal-Rakete, deren Name auf Deutsch übersetzt "Dolch" bedeutet, ist besonders gefürchtet, weil sie extrem hoch und extrem schnell fliegen kann. Sie gilt deshalb als besonders schwer abfangbar. Sollte der ukrainischen Luftverteidigung ein solcher Abschuss tatsächlich geglückt sein, wäre das also nicht nur ein militärischer, sondern auch ein wichtiger symbolischer Erfolg.

Hat Russland Phosphormunition eingestzt?

Unterdessen beschuldigen die ukrainischen Spezialeinheiten Russland, die international verbotene Phosphormunition in Bachmut eingesetzt zu haben. Am Samstag zitierte die Zeitung "Ukrainska Prawda" Militärbeamte mit den Worten, die russischen Truppen hätten in Bachmut Phosphor- und Brandmunition eingesetzt, um zu vernichten.

Die Behauptungen konnten nicht unabhängig überprüft werden. Moskau hat sich zunächst dazu nicht geäußert. Frühere Anschuldigungen durch die Ukraine über den Einsatz solcher Munition hat der Kreml allerdings stets zurückgewiesen.

Nach internationalem Recht ist der Einsatz von weißem Phosphor oder anderen Brandwaffen - Munition, die dazu bestimmt ist, Gegenstände in Brand zu setzen oder Verbrennungen zu verursachen - in Gebieten, in denen sich Zivilisten aufhalten könnten, verboten.

Die Lage in Bachmut

In Bachmut gehen die schweren Kämpfe weiter. Die russische Armee will die weitgehend zerstörte Stadt nicht aufgeben, obwohl ihre Truppen nur einen kleinen Teil des Stadtgebietes halten. Nach Darstellung der ukrainischen Militärführung sind die russischen Truppen bemüht, Bachmut bis spätestens 9. Mai vollständig zu erobern. Für Moskau wäre dies ein Prestigeerfolg zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland.

Mokau feiert "Tag des Sieges"

Da die Kapitulation, die eigentlich am 8. Mai 1945 in Kraft trat, damals auf Wunsch Stalins in der Nacht zum 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier ein zweites Mal unterzeichnet wurde, gilt dieser Tag in Russland als Feiertag.

In Moskau findet die Militärparade anlässlich des Tags des Sieges am 9. Mai unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und verstärkter Polizeipräsenz statt. Auch ließen die russischen Behörden den Roten Platz, auf dem die Feierlichkeiten stattfinden sollen, seit dem 27. April absperren.

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