Kampf um Bachmut in Ukraine: Prigoschin übergibt an Kadyrows Kämpfer

Kadyrow im Kreml - März 2023
Kadyrow im Kreml - März 2023 Copyright AP Photo
Von Euronews mit AP, NEXTA
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An diesem Samstag hat Wagner-Boss Prigoschin angekündigt, dass beim Kampf um Bachmut die Kämpfer von Tschetscheniens Machthaber Kadyrow seine Söldner ersetzen sollen.

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"Es ist nur eine Frage von Stunden", erklärt Ramsan Kadyrow in seinem jüngsten Video in den sozialen Netzwerken. Tschetscheniens Machthaber verspricht, dass seine Kämpfer die Wagner-Söldner in der seit Monaten umkämpften ukrainischen Stadt Bachmut ablösen könnten. Kadyrow spricht von "Artemovsk" und benutzt den russischen Namen von Bachmut. Und er erklärt, dass seine "Achmat"-Truppen den Platz der Wagner-Söldner einnehmen sollten.

Wenige Stunden später veröffentlicht u.a. die oppositionelle Nachrichtenplattform NEXTA, dass Prigoschin offiziell die Positionen seiner Söldner an der Front in Bachmut an Kadyrows Kämpfer übergeben will. Dazu zirkuliert ein Schreiben von Jewgeni Prigoschin mit der entsprechenden Anfrage an den russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu - einen engen Vertrauten von Präsident Wladimir Putin.

Am Freitag hatte der Unternehmer und Chef der Wagner PMC (Private Military Company) in einem mit Kraftausdrücken gespickten Video, in dem offenbar auch tote Söldner gezeigt werden, den Abzug seiner Einheiten aus Bachmut angekündigt und mit mangelnder Versorgung mit Munition durch das Verteidigungsministerium in Moskau begründet.

Ramsan Kadyrow gilt als Unterstützer von Russlands Präsident Wladimir Putin und hatte diesen zuletzt im vergangenen März im Kreml getroffen. Ebenso wie die Wagner-Söldner sind Kadyrows Kämpfer für ihre Brutalität berüchtigt.

"Doppelt unangenehm"

Kadyrow hatte seit Kriegsbeginn mehrmals gemeinsam mit Wagner-Chef Prigoschin die russische Militärführung kritisiert und ein härteres Durchgreifen gefordert. Jetzt sagte der Präsident der russischen Teilrepublik: "Für mich, wie für jeden, dem das Schicksal unseres Landes am Herzen liegt, ist es unangenehm, die jüngsten Äußerungen von Jewgeni Prigoschin zu hören, und doppelt unangenehm, dass das russische Verteidigungsministerium keinen Kommentar abgibt oder sich mit der Führung des PMC "Wagner" trifft, um eine Entscheidung zu treffen oder eine Erklärung abzugeben".

Und Ramsan Kadyrow erinnert daran, dass auch er sich zuvor von Moskau im Stich gelassen fühlte.

"Ich erinnere mich an die Erfahrung der tschetschenischen Einheiten in Mariupol. Als wir vom Verteidigungsministerium fünf Panzer zur Unterstützung der Infanterie benötigten, konnte uns nur einer zugewiesen werden, dessen Besatzung das Fahrzeug in der ersten Schlacht verließ. Wir mussten die Panzerbesatzungen beruhigen und sie wieder in das Fahrzeug setzen, um wenigstens eine Stellung der Asowschen Satanisten zu decken. Auch bei anderer Ausrüstung gab es Probleme. Seit Beginn der Spezialoperation konnten wir 30 Artilleriegeschütze nicht ersetzen. Ich rief persönlich in Moskau an und verhandelte mit dem Kommando. Nach einem Monat war das Problem gelöst", erklärte der Tschetschene in seinem Telegrammkanal.

Ramsan Kadyrow hatte mehrmals berichtet, dass er selbst in der Ukraine an der Front war. Und er hatte seine drei jugendlichen Söhne sowie seine Tochter, die ein Ministeramt innehat, ins Kriegsgebiet geschickt.

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