Ukraines Präsident bekommt Karlspreis und 2,7 Mrd. Militärhilfe aus Deutschland

Wolodymyr Selenskyj in Aachen in Deutschland
Wolodymyr Selenskyj in Aachen in Deutschland   -  Copyright  Michael Probst/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von euronews

Auf seiner Reise durch Europa sprach Selenskyj auch über die Ausweitung der Gegenoffensive der Armee der Ukraine gegen die Angreifer aus Russland.

Nach seinem Besuch in Berlin ist der Präsident der Ukraine in Aachen mit dem Karlspreis geehrt worden. Wolodymir Selenskij teilt den Preis für europäische Einigung mit seinen Bürgern und Bürgerinnen.

Während der Präsident verschiedene Länder Europas bereist, sollte die ukrainische Armee ihre Gegenoffensive gegen Russlands Armee ausweiten. Am Sonntagabend traf Wolodymyr Selenskyj in Paris Emmanuel Macron.

Deutschland hatte kurz vor dem Besuch Selenskyj weitere Militärhilfe in Höhe von 2,7 Millionen Euro versprochen. Kanzler Olaf Scholz sagte: "Mit dem Karlspreis verneigen wir uns als Europäerinnen und Europäer vor der Tapferkeit und Entschlossenheit des ukrainischen Volkes und Präsident Selenskyj. Russlands Angriffskrieg hat die EU und die Ukraine so eng zusammengebracht wie nie. Unsere Geschichte wird gemeinsam weitergehen."

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Verleihung des Karlspreises an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und sein Volk als Auftakt für das weitere Zusammenwachsen in Europa bezeichnet. 

In seiner Laudatio  in Aachen nannte der SPD-Politiker dabei neben der Ukraine auch die Staaten des Westlichen Balkans, Moldau "und perspektivisch auch Georgien". 

"Falls Kremlchef Wladimir Putin geglaubt hat, er könnte die ukrainische Nation mit Gewalt von ihrem Weg nach Europa abbringen, dann hat er mit all seinen Panzern, seinen Drohnen und Raketenwerfern nichts als das Gegenteil bewirkt", sagte Scholz. 

Scholz versicherte Selenskyj: "Auf dem Weg in die Europäische Union hat die Ukraine unsere volle Unterstützung." Die Ukraine sei "Teil unserer europäischen Familie". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würdigte Selenskyj: "Sie kämpfen buchstäblich für Freiheit, Menschlichkeit und Frieden." Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki lobte Selenskyj als Verteidiger europäischer Werte. Er sei "ein großer europäischer Führer", ein Held und herausragender Staatsmann des 21. Jahrhunderts. Selenskyj sei "ein Vorbild für jeden Politiker". Selenskyj sagte in seiner Dankesrede, er stehe für die Ukrainerinnen und Ukrainer, die jeden Tag für ihre Freiheit und die Werte Europas kämpften. "Jeder von ihnen würde es verdienen, hier zu stehen." 

Die Ukraine wolle nichts lieber als den Frieden - dieser könne aber nur mit einem gemeinsamen Sieg gewonnen werden. Über sein Land sagte er: "Dieses Schlachtfeld ist das Schicksal Europas." 

Direkt an Scholz gewandt sagte Selenskyj, dieser habe begonnen, "so zu handeln, wie ein Verteidiger Europas zu handeln habe", als er die "Zeitenwende" erkannt habe. "Europa wird Dir und dieser Regierung Deutschlands immer dankbar sein", ergänzte der ukrainische Präsident. 

Eindringlich warb Selenskyj erneut für einen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union und der Nato. Dies werde die ukrainischen Kämpfer motivieren. 

Voriges Jahr hatten die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und zwei Mitstreiterinnen den Karlspreis bekommen. Auch Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Papst Franziskus sind Preisträger.

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