Knapper Wahlausgang in der Türkei

Knappe Türkei Wahl
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Von euronews
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan liegt laut Zahlen der Wahlbehörde nach Auszählung fast aller im Land abgegebenen Stimmen vorn. Eine absolute Mehrheit verfehlt er demnach aber knapp: Insgesamt komme er auf 49,40 Prozent.

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99 Prozent der Wahlurnen im Inland und 84 Prozent der aus dem Ausland seien bisher ausgezählt. Kemal Kilicdaroglu von der CHP käme auf knapp 45 Prozent. 

Der Kandidat eines ultranationalistischen Parteienbündnisses, Sinan Ogan, kommt demnach auf 5,3 Prozent. Nach derzeitigem Stand ist damit eine Stichwahl zwischen Recep Tayyip Erdogan von der AKP und Kemal Kilicdaroglu von der CHP das wahrscheinlichste Szenario. Zu der kommt es, wenn keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent auf sich vereinen kann. Die würde am 28. Mai stattfinden. Wie die Anhänger des drittplatzierten Ogan abstimmen, könnte sich angesichts des knappen Rennens entscheidend auf das Ergebnis auswirken. Ogans Wählerschaft gilt aber als gespalten. Wählerinnen und Wähler mit türkischem Pass in Deutschland und anderen Ländern würden für die Stichwahl bereits zwischen dem 20. und 24. Mai ihre Stimme abgeben können.

Bundesagrarminister Cem Özdemir sieht die Türkei nach der Präsidenten- und Parlamentswahl "zutiefst gespalten". Dem Radiosender Bayern 2 sagte der Grünen-Politiker : "Selbst wenn der Herausforderer bei der Stichwahl gewinnen sollte, wird er ein zutiefst gespaltenes Land vorfinden", Özdemir sagte, dass die Wahl für die Opposition nicht fair gewesen sei. "Fairness heißt auch, dass man Zugang hat zu den Medien. Davon konnte keine Rede sein." Ein Teil der Oppositionspolitiker und Journalisten sitze im Gefängnis oder sei im Exil. "Aber das Wahlergebnis selber dürfte schon die Stimmung widergeben. Da darf man sich nichts vormachen", sagte Özdemir.

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