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Tallinn schlägt eine grüne Bresche für Bestäuber und Menschen

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Von Janis Laizans
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Mit einem 14 Kilometer langen "Bestäuberweg" quer durch die Hauptstadt setzt Estland ein Zeichen für Artenvielfalt und menschliches Wohlergehen zugleich.

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Der Pollinator Highway, also “Bestäuberweg”, in der estnischen Hauptstadt Tallinn ist ein 14 Kilometer langer, wiesenartiger Naturraum oder linearer Park. Er bildet einen grünen Korridor zwischen sechs der acht Stadtbezirke und bietet Schmetterlingen, Hummeln und Honigbienen sowie anderen Kleintiergruppen ihre bevorzugten Lebensräume.

Ivo Heinrich von der Tallinner Stadtverwaltung erklärt:

"Stadtparks sind in der Regel ziemlich isolierte Inseln im Stadtgefüge. Aber dieser Pollinator Highway hilft, die verschiedenen Parks und Grünflächen in der Stadt miteinander zu verbinden".

Das Gebiet verläuft entlang eines ehemaligen Bahndamms und einer Hochspannungsleitung, deren Kabel unterirdisch verlegt wurden. So wurde das Industriegebiet zu einer Naturwiese. Um die Artenvielfalt zusätzlich zu bereichern, legen die Stadtgärtner:innen, darunter Liivi Mäekallas, sorgfältig ausgewählte Blumenbeete an:

"Der Pollinator Highway birgt die heimischen Arten Estlands. Und an den Knotenpunkten, wo die stark befahrenen Straßen verlaufen, gibt es mehrjährige Beete. Wir nennen sie Bienenbeete, weil es dort Pflanzen gibt, die reich an Nektar sind und die Bestäuber unterstützen und auch für das menschliche Auge schön anzusehen sind".

Nicht nur für Bestäuber gibt es auf dieser ‘Autobahn’ viel zu tun. Drei umweltbewusste Kunstinstallationen bringen nun die Nachbarschaft und Bestäuber zusammen. Sie dienen als Spielplatz oder einfach nur als Treffpunkt für Menschen und sind ein Zuhause für Bestäuber und Insekten.

Triin Vallner und Ko Ai haben die Installation geschaffen. Triin erklärt:

"Wir haben versucht, die Bestäuber und die menschlichen Besucher:innen in dieser Installation zusammenzubringen, damit die Bestäuber im Winter hier leben können und die Menschen den Raum erleben können, den die Bestäuber bewohnen."

Grünflächen helfen der Hauptstadt auch, die Temperatur zu senken, insbesondere im Sommer und bei Hitzewellen. Tallins Stadtbeamte sagen, dass Grün im Allgemeinen die Menschen hier glücklich macht.

Krista Kampus, Geschäftsführende Direktorin von Tallinn's European Green Capital erläutert: 

"Das städtische Grün ist sehr wichtig für die Bereitstellung von naturbasierten Dienstleistungen für die Menschen. Es ist wichtig für die Gesundheit der Menschen, besonders wenn es um die psychische Gesundheit geht. Aber es ist auch wichtig, im Zusammenhag mit verschiedenen Freizeitaktivitäten und einfach darum, eine schöne grüne städtische Umgebung für die Menschen zu haben".

Durch die Ausweitung der Grünflächen hofft Tallinn, eine bessere Lebensqualität für die Bewohner:innen bieten zu können, was die Hauptstadt unter den baltischen und nordischen Ländern nicht zuletzt auch wettbewerbsfähiger machen würde. Dies könnte im Endeffekt auch zu einem schnelleren Wirtschaftswachstum führen.

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