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Moskau braucht die Wagner-Söldner in Afrika

Masken des russischen Präsidenten Putin und des Wagner-Boss Prigoschin  in einem Souvenirladen in St. Petersburg.
Masken des russischen Präsidenten Putin und des Wagner-Boss Prigoschin in einem Souvenirladen in St. Petersburg. Copyright AP/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
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Von Nial O'Reilly
Zuerst veröffentlicht am
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Der Aufstand der Wagner-Söldner und ihre angekündigte Eingliederung in die russische Armee hat auch Auswirkungen auf Afrika: Die Söldnertruppe war oder ist in Syrien, Libyen, Mali, dem Sudan und die Zentralafrikanischen Republik aktiv.

Wagner-Söldner sichern russischen Einfluss in Afrika

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Russland will seine Militärpräsenz in Mali und der Zentralafrikanischen Republik nach aufrecht erhalten. Auf Bitten der dortigen Regierungen "arbeiten einige Hundert Militärs in der ZAR, sagen wir als Instrukteure, und diese Arbeit wird natürlich fortgesetzt", so der russische Außenminister Sergej Lawrow im russischen Staatsfernsehen.

Wagner bereichert sich an Bodenschätzen in Afrika

In beiden Ländern sind, wie auch Lawrow einräumte, vor allem Söldner der Wagner-Gruppe aktiv, Spekulationen über ein Ende der russischen Militärpräsenz in Afrika bezeichnete er als Stimmungsmache des Westens.

Ein Stopp der Wagner-Operationen in Afrika könnte sich auch erheblich auf Finanzströme auswirken. Söldner der Wagner-Gruppe stellen zum Beispiel die wichtigsten Leibwächter des zentralfrikanischen Präsidenten, sie kontrollieren den Zugang zu ihm und gemeinsam mit der Prigoschin-Firma M Invest einen großen Teil der Gold- und Diamantenminen im Land.

Auch in Venezuela, Äquatorialguinea, Simbabwe und dem Kongo wird der Militärfirma eine Rolle nachgesagt - mal kämpfend, mal als Sicherheitspersonal für Bergwerke oder russische Unternehmen.

Was wird aus Prigoschins afrikanischen Netzwerken?

Die Wagner-Gruppe war ideal für den Kreml, um in instabilen Ländern mit reichen Rohstoffvorkommen unter dem Radar zu agieren: Die russische Seite bot illegale, weil unter Sanktionen liegende Rüstungshilfe, Kämpfer und Experten für Propaganda-Kampagnen. Das jeweilige afrikanische Land erteilte im Gegenzug russischen Firmen – meist aus dem Wagner-Netzwerk ­– Lizenzen für den Abbau und oft illegalen Export von Gold, Diamanten, Holz und anderen Rohstoffen.

Die Regierungen in Mali oder der Zentralafrikanischen Republik haben nun ein Problem -  sie haben auf die Wagner-Söldner gesetzt und mit ihnen internationale Friedenstruppen verdrängt. Den russischen Militärs werden zusammen mit malischen Streitkräften auch Kriegsverbrechen an der Bevölkerung vorgeworfen. Die malische Regierung und Russland haben diese Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Vorteil Putin: Lange konnte sich Moskau hinter der Behauptung verstecken, der Russland habe nichts mit irgendwelcher Firmen oder Söldnern zu tun, denn Russland hätte ein Problem, offiziell russische Soldaten einzusetzen.

Unklar ist etwa, ob es nach der angebotenen Eingliederung der Wagner-Söldner in die russische Armee eine Art „Auslands-Wagner-Truppe“ geben wird. Denn viele Regime setzen ganz bewusst auf Söldner, die in einer rechtlichen Grauzone agieren können.

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