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Was will Putin in Afrika? Russlands Fahnen in Burkina Faso

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Von Kirsten Ripper  & Euronews  mit AFP, AP, France Info
Russlands Fahne in Ouagadoudou in Burkina Faso
Russlands Fahne in Ouagadoudou in Burkina Faso   -   Copyright  Sophie Garcia/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Nach dem jüngsten Putsch in Burkina Faso schwenken Menschen russische Fahnen in Ouagadoudou. 

Der neue 34-jährige Machthaber, Oberstleutnant Ibrahim Traoré, hat zunächst Frankreich bezichtigt, seinen Vorgänger Paul-Henri Sandaogo Damiba zu unterstützen. Vieles deutet nach dem zweiten Putsch in diesem Jahr in Burkina Faso darauf hin, dass Russland die Vormachtstellung Frankreichs dort wie anderswo in Westafrika ablösen will.

Frankreichs Botschaft in Ouagadoudou wurde von einem wütenden Mob angegriffen. Der abgesetzte Militär Damiba ist inzwischen nach Togo geflohen, nachdem sowohl er als auch Paris bestritten hatten, gemeinsame Sache zu machen. 

Wagner-Söldner statt Frankreichs Truppen im Nachbarland Mali

Wie France Info berichtet, erinnert die Stimmung in Burkina Faso an die in Mali während des Militärputsches im Jahr 2020. In dem Land an der Grenze zu Burkina Faso wurden die gleichen Slogans gegen Frankreich skandiert. 

Zwei Jahre später sah sich die französische Armee zum Rückzug aus Mali gedrängt. Viele Menschen in Mali warfen Frankreich mangelnden Erfolg gegen islamistische Terroristen vor. Im Kampf gegen die Dschihadisten sind seitdem etwa 1.000 russische Söldner der Wagner-Gruppe vor Ort in Bamako und an anderen Orten im Land.

Geleitet wird die private Militärgruppe PMC Wagner von Jewgeni Prigoschin - dem Oligarchen mit dem Spitznamen "Putins Koch". An mehreren Orten der Welt wie in Syrien, aber auch in der Ukraine sind die Wagner-Söldner im Auftrag des Kreml im Einsatz.

Wagner-Chef Prigoschin finanziert Internet-Kampagnen in Afrika

Die Washington Post hatte schon im April berichtet, dass Prigoschin pro-russische Social-Media-Kampagnen in Westafrika finanziert. Auch Frankreich macht Russland schon länger für Desinformationskampagnen über das Internet in Afrika verantwortlich. 

Seit dem Krieg gegen die Ukraine hat der Kreml den Versuch seiner Einflussnahme noch verstärkt - offenbar mit Erfolg. Bis zum vergangenem Herbst sah ein Beamter in Burkina Faso laut Washington Post nur wenig moskaufreundliche Sprüche. Doch jetzt seien Putin-freundliche Positionen überall zu hören. 

"Russland ist an den Stimmen der Afrikaner interessiert. Es will die Stimmen der Afrikaner haben und hat es geschafft, dass die Afrikaner nicht für die Resolutionen gegen seinen Krieg in der Ukraine gestimmt haben, es geht mehr um Sicherheit als um Diplomatie". Das sagt der Journalist und Afrika-Experte Antoine Glaser gegenüber RTL.

Bei Abstimmungen in der UN-Generalversammlung stimmten im März beim Votum zur Verurteilung Russlands wegen des Einmarsches in die Ukraine nur Belarus, Nordkorea, Eritrea und Syrien mit NEIN und damit für Putin. Mehr als 30 Länder enthielten sich - darunter Mali.

"Putin hat versucht, so viele Länder wie möglich dazu zu bringen, seine Narrative zu unterstützen", erklärt Nataliya Bugayova, eine Forscherin mit Schwerpunkt Russland und Afrika am Institute for the Study of War in Washington in der Washington Post.

Kilayé Bationo/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Russische Fahnen in Ouagadoudou am 1. Oktober 2022Kilayé Bationo/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Russland unterhält laut der NGO Code Africa mindestens 175 Facebook-Seiten für die Bewohner und Bewohnerinnen Westafrikas, um dort pro-russische, anti-ukrainische, anti-westliche und anti-französische Propaganda zu verbreiten. 

Wie französische Medien berichten, haben vielerorts russische Fahnen die französische Tricolore ersetzt.