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Der Mann, der nicht wusste, dass er berühmt war: "Sugar Man" Sixto Rodriguez ist tot

Sixto Rodriguez tritt während eines Konzerts in Paris (4. Juni 2013 in Paris)
Sixto Rodriguez tritt während eines Konzerts in Paris (4. Juni 2013 in Paris) Copyright PIERRE ANDRIEU/AFP
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Von Euronews mit AFP/AP
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In den 1970er-Jahren veröffentlichte Sixto Rodriguez zwei Alben, die trotz begeisterter Kritiken in den USA vollkommen erfolglos blieben, dank Raubkopien jedoch den Weg nach Südafrika fanden - und dort Kult wurden.

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Viele Jahre war er in Vergessenheit geraten und wurde in Gerüchten totgesagt, bevor ihn der oscarprämierte Dokumentarfilm "Searching For Sugar Man" ins Rampemlicht rückte.

Sixto Rodriguez, US-amerikanischer Sänger und Songwriter, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das geht aus einer Erklärung auf seiner offiziellen Website hervor. 

"Mit großer Trauer müssen wir von Sugarman.org bekannt geben, dass Sixto Diaz Rodriguez heute früh verstorben ist", hieß es in der Mitteilung ohne Angaben zur  Todesursache. Anfang des Jahres hatte der Vater dreier Töchter nach Angaben von seiner Webseite einen Schlaganfall und musste operiert werden.

Seine Geschichte klingt unglaublich: In den 1970er Jahren veröffentlichte Rodriguez zwei Alben, die trotz begeisterter Kritiken in den USA vollkommen erfolglos blieben. 

Dank einer kopierten Kassette fand seine Musik jedoch ihren Weg nach Südafrika, wo seine politischen Lieder die Stimmung gegen die Apartheid und den Kampf um Bürgerrechte wiederspiegelten. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich seine Musik über das ganze Land. 

Sein Erfolg war so groß, dass jahrelang die wildesten Legenden über ihn kursierten, darunter auch, er habe auf der Bühne Selbstmord durch Selbstverbrennung begangen. Sixto Rodriguez selbst wusste davon nichts.

Jahrzehnte später machten sich zwei Fans auf die Suche nach Rodriguez umd stellten zu ihrer großen Überraschung fest, dass er lebendig war und in Detroit auf einer Baustelle arbeitete. Von Musik keine Spur. 

Die beiden "Sugar Man"-Fans Stepehen Segerman und der Journalist Carl Bartholomew-Strydom holten Rodriguez nach Südafrika, wo er 1998 bei sechs ausverkauften Konzerten als Held gefeiert wurde.

Der schwedische Regisseur Malik Bendjelloul dokumentierte die epische Suche in seinem Streifen "Searching for Sugan Man", der 2013 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde - und machte Rodriguez einem viel größeren Publikum bekannt. 

"Das ist jetzt Rock-and-Roll-Geschichte. Wer hätte das gedacht?" sagte Rodriguez damals gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Er sei nach dem Scheitern seiner Musikkarriere einfach "zurück zur Arbeit" gegangen, und habe seine drei Töchter großgezogen. Trotzdem habe er nie aufgehört, seine Musik zu spielen.

"Ich hatte das Gefühl, dass ich bereit für die Welt war, aber die Welt war nicht bereit für mich", so Rodriguez. "Ich habe das Gefühl, dass wir alle eine Mission haben - wir haben Verpflichtungen. Diese Wendungen auf der Reise, die verschiedenen Wendungen - das Leben ist nicht linear."

Im Dokumentarfilm wirkte er distanziert, eher amüsiert über diese Anerkennung. Aber auch seine prekäre wirtschaftliche Situation war offensichtlich: Er hatte nie einen Cent von seine in Südafrika verkauften Alben erhalten.

Nach der Veröffentlichung des Dokumentarfilms hatte er mehrere Konzerte in Europa und den USA gegeben.

Dass seine Musik mitten in der Aprtheid-Ära in Südafrika berühmt war, hat ihn selbst verwundert. 

Später klagte Sixto Rodriguez auf Tantiemen für die Nutzung und Wiedergabe seiner Musik. Weil einige seiner  Lieder wurden vom Apartheid-Regime verboten wurden, waren viele Raubkopien auf Kassetten und später auf CD im Umlauf.

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