Nach tödlichen Ausschreitungen vor Fußballspiel in Athen: 105 Fans in Untersuchungshaft

Fußballfans, die meisten von ihnen aus Kroatien, bedecken ihre Gesichter vor der Allgemeinen Polizeidirektion in Attika.
Fußballfans, die meisten von ihnen aus Kroatien, bedecken ihre Gesichter vor der Allgemeinen Polizeidirektion in Attika. Copyright AP Photo
Von Euronews mit AP
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

105 Verdächtige sind nach den tödlichen Ausschreitungen vor dem Fußballspiel zwischen AEK Athen und Dinamo Zagreb festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, an dem Mord eines 29-Jährigen beteiligt gewesen zu sein.

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Nach den schweren Ausschreitungen in Athen vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel zwischen AEK Athen und Dinamo Zagreb, bei denen ein 29-jähriger AEK-Anhänger ums Leben kam, sind 105 Fußballfans in Untersuchungshaft genommen worden.

Sie werden verdächtigt, an den Ausschreitungen in der griechischen Hauptstadt beteiligt gewesen zu sein.

Keiner der Angeklagten bekennt sich zur Messerstecherei

Drei Untersuchungsrichter und zwei Staatsanwälte befragten die festgenommenen Fans über das Wochenende. 30 wurden am Freitag verhört, 40 am Samstag und die restlichen 35 am Sonntag. Am Tagesende wurde jeweils entschieden, dass sämtliche Befragten in Untersuchungshaft genommen werden sollen.

Es handelt sich um 102 kroatische Staatsbürger und drei Griechen. Jeder einzelne bestritt, an der Messerstecherei, die für Michalis Katsouris tödlich endete, beteiligt gewesen zu sein.

10 weitere Personen seien bei den Ausschreitungen verletzt worden, gab die Polizei an. Zahlreiche kroatische Fans seien mit Holzknüppeln und Metallschlägern auf Passanten vor der OPAP-Arena, in der der AEK Athen seine Heimspiele austrägt, losgegangen.

Das Champions-League-Qualifikationsspiel zwischen AEK Athen und Dinamo Zagreb wurde als Reaktion auf die Ausschreitungen von dem europäischen Fußballverband UEFA auf den 19. August verschoben.

Die Verdächtigen werden des vorsätzlichen Mordes angeklagt

Die Behörden werden die Daten der Smartphones der mutmaßlichen Beteiligten durchforsten, um weitere Verdächtige zu ermitteln.

Gegen die 105 Fans wurde von der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Insgesamt stehen 11 Anklagepunkte im Raum, darunter vorsätzlicher Mord und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Die Verdächtigen werden auf mehrere Gefängnisse im ganzen Land verteilt.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wird sich am Mittwochmorgen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis treffen. Anschließend werden die beiden mit Ministern, dem Chef des griechischen Fußballverbandes und den Eigentümern der vier größten Fußballvereine in Griechenland sprechen. Dabei handelt es sich um die Besitzer von AEK Athen, Olympiakos Piräus, Panathinaikos Athen und PAOK Thessaloniki.

Am selben Tag wird im Stadion von Oylmpiakos Piräus der UEFA Super Cup zwischen Manchester City und dem FC Sevilla ausgetragen.

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