EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader

Finden Sie uns

WERBUNG

US-Verteidigungsminister: Mehr Risiko bei Waffen für die Ukraine akzeptieren

Manöver Brave Griffin 24/II in der Ortschaft Dirmiskes in der Nähe der Suwalki-Gap, 26. April 2024
Manöver Brave Griffin 24/II in der Ortschaft Dirmiskes in der Nähe der Suwalki-Gap, 26. April 2024 Copyright Mindaugas Kulbis/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Copyright Mindaugas Kulbis/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Von Christoph DebetsAP
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die Verbündeten aufgerufen bei Waffenlieferungen "etwas mehr Risiko" zu akzeptieren. Die NATO hat in der Suwałki-Gap, die als mögliches russisches Angriffsziel gilt, ihre Verteidigungsbereitschaft demonstriert.

WERBUNG

Am Freitag ist das NATO-Manöver „Brave Griffin 24/II“ zu Ende gegangen. Es hat etwa eine Woche gedauert und wurde in der Suwałki-Gap durchgeführt. Die strategisch wichtige der Suwałki-Gap ist nach der polnischen Stadt der Suwałki benannt. Die NATO hält die Gegend für eines der am stärksten gefährdeten Gebiete des Bündnisses.

Weißrussland und die russische Exklave Kaliningrad sind hier nur rund 90 Kilometer voneinander getrennt. Militärisch gesehen ist es ein Engpass. Wird die Suwałki-Gap erobert, werden die Landverbindungen zwischen den baltischen Staaten und dem Rest der NATO unterbrochen.

"Übergang von der Friedens- zur Kriegszeit" üben

An dem Manöver nahmen etwa 1.500 Soldaten aus Litauen, Polen, den USA und Portugal teil. Insbesondere Litauen sah in „Brave Griffin“ eine Vorbereitung für das größte Manöver der modernen Geschichte, das in diesem Sommer stattfinden soll. 10.000 litauische Soldaten und ebenso viele NATO-Verbündete werden dann „den Übergang von der Friedens- zur Kriegszeit“ zu üben. 

In den vergangen Monaten wurde immer wieder über die Möglichkeit eines russischen Angriffs auf die NATO diskutiert. Dabei bereitete die erhebliche Verzögerung der US-Militärhilfe für die Ukraine den Verbündeten Sorge.

_Diese Grafik der Nachrichtenagentur Associated Press listet Waffen und Ausrüstung auf, die Teil des auf 1 Milliarde Dollar geschätzten Militärhilfepaket der Vereinigten Staaten für die Ukraine sind. Stand 26. April 2024. Quelle: US- Verteidigungsministerium.
_

Nach der erfolgten Wiederaufnahme der US-Hilfe sprachen die Verbündeten am Freitag im Rahmen des Rammstein-Formats auf einer Videokonferenz über die weiteren Durchführungsmaßnahmen. Fast 50 Länder, beteiligen sich an der Bereitstellung militärischer Hilfe für Kiew.

Während des Treffens kündigte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin an, zusätzliche Patriot-Raketen (Munition) nach Kiew zu schicken. Ob auch zusätzliche Patriot-Batterien (Abschusssysteme) geliefert werden, konnte aus den Äußerungen Austins nicht entnommen werden. 

Nach Ansicht des ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymir Selenskyj benötigt die Ukraine mindestens sieben weitere Patriot-Batterien, um den Schutz großer Städte vor russischen Luftangriffen zu gewährleisten.

Mehr Risiko akzeptieren

Auf einer Pressekonferenz im Anschluß an das Treffen sagte Austin, er habe die verbündeten Nationen aufgefordert, „ein bisschen mehr Risiko zu akzeptieren“, wenn sie darüber nachdenken, welche Waffen sie in die Ukraine schicken sollen. Eine Reihe von Ländern haben eine gewisse Abneigung gegen die Lieferung von Patriot-Luftverteidigungssystemen an die Ukraine zum Ausdruck gebracht, da die meisten Staaten nicht über sehr viele dieser Systeme verfügen und glauben, dass sie diese für ihre eigene Verteidigung benötigen.

Die Ukraine ist ständigen Luftangriffen durch Russland ausgesetzt.

Am späten Freitag wurde im ganzen Land erneut Luftalarm ausgelöst. Im Südwesten der Ukraine waren mehrere Explosionen zu hören. Nach kurzer Zeit gab es Entwarnung. Nachdem schwere russische Tu-95-Bomber von einem Luftwaffenstützpunkt auf der Kola-Halbinsel aufgestiegen waren, wurde jedoch erneut Luftalarm ausgelöst.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Manöver mit 90.000 Soldaten: NATO kündigt größte Übung seit Jahrzehnten an

Einfallstor für Russland? Warum die NATO die Suwalki-Lücke weniger fürchtet

Keine Angst in Suwalki: Russischer Angriff "unwahrscheinlich"