Donald Tusk: Europa befindet sich in einer Vorkriegszeit

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Von Christoph Debetseuronews
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Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat mit scharfen Worten höhere Verteidigungsanstrengungen in Europa gefordert. Im russischen Belgorod gibt es nach einem ukrainischen Angriff mindestens einen Toten.

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Europa befindet sich nach Ansicht des polnischen Ministerpräsident Donald Tusk in einer „Vorkriegszeit“. In einem Interview mit der europäischen Mediengruppe LENA, warnte Tusk davor, dass eine Niederlage der Ukraine die allgemeine Sicherheit Europas gefährde. Krieg sei seit mehr als zwei Jahren eine Realität und keine abstrakte Idee. Die kommenden zwei Jahre „werden alles entscheiden“, unterstrich Tusk.

Selenskyj: „Den Kontinent als Ganzes schützen“

Tusks Intervention folgte auf einen der größten russischen Angriffe auf die ukrainische Strominfrastruktur. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Freitag, dass der Schutz dieser Ziele „nicht nur für unser Land, sondern auch für unsere Nachbarn und den Kontinent als Ganzes wichtig ist“. Selenskyj sagte, dies sei „ein klares Zeichen dafür, dass Russland die Kachowska-Katastrophe wiederholen will“, als ein Dammbruch weite Gebiete überschwemmte.

Kraftwerk in Smijiw vollständig zerstört

Das Unternehmen Centerenergo bestätigte, dass das Wärmekraftwerk in Zmiiv, Oblast Charkiw, nach dem russischen Bombenangriff am 22. März vollständig zerstört wurde. Es ist eines der größten Kraftwerke in der Region Charkow und eines der größten Wärmekraftwerke in der Ukraine.

Durch den massiven russischen Beschuss am 22. März wurde eines der größten Wärmekraftwerke in der Region Charkiw, das Wärmekraftwerk in Smijiw, vollständig zerstört. Das berichtete das ukrainische Energieunternehmen Centerenergo auf seiner Website.

„Alle Einheiten wurden zerstört, Hilfsgeräte wurden beschädigt. Der Grad der Zerstörung variiert von vollständig bis erheblich“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.

Die Trümmerbeseitigung im Betrieb geht weiter. Die für die Wiederherstellung erforderliche Zeit ist noch unbekannt, aber der von Interfax-Ukraine zitierte Aufsichtsratsvorsitzende von Centernergo, Andrei Gota, betonte, dass das Unternehmen dieses Mal nicht alleine zurechtkommen werde.

Energieminister German Galuschtschenko, der das zerstörte Wärmekraftwerk besuchte, versprach Hilfe.

Den Raketenangriff in der Nacht des 22. März bezeichnete Galuschtschenko als den größten Angriff auf den ukrainischen Energiesektor in jüngster Zeit: „Das Ziel besteht nicht nur darin, das Energiesystem des Landes zu beschädigen, sondern erneut zu versuchen, wie im letzten Jahr eine groß angelegte Störung herbeizuführen“, sagte Galuschtschenko.

Die Lage in Charkiw wird dadurch verschärft, dass russische Truppen versuchen, nahezu alle Energieanlagen, die die Stadt versorgten, anzugreifen.

Neue Angriffe auf Belgord: Mindestens ein russischer Staatsbürger tot

Im Gegenzug verstärkt die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele auf russisches Territorium. Nach Angaben der örtlichen Behörden kam am Freitag in Belgorod eine Person ums Leben, nachdem eine Drohne ein Wohngebäude getroffen hatte. In der Nacht wurde ein massiver Drohnenangriff auf die Stadt gemeldet.

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