Wetterkapriolen: Kirschblüte in Bonn zu früh, in Tokio zu spät

Außergewöhnlich lange Kirschblüte an einem Kirschbaum im Tidal Basin in Washington. 30. März 2024
Außergewöhnlich lange Kirschblüte an einem Kirschbaum im Tidal Basin in Washington. 30. März 2024 Copyright Mark Schiefelbein/Copyright 2024 AP. All rights reserved
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Von Christoph Debets
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In diesem Jahr ist in Bonn, das für sein Kirschblütenfest bekannt ist, die Kirschblüte früher als üblich erfolgt. In Japan, wo die Beobachtung der Kirschblüte, Sakura, eine große Tradition hat, dagegen blühen die Kirschbäume in diesem Jahr so spät wie seit 12 Jahren nicht mehr.

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In der früheren Bundeshauptstadt Bonn hat die Kirschblüte in diesem Jahr etwa zwei Wochen früher als üblich begonnen: Die Knospen der japanischen Nelkenkirsche sind bereits vollständig geöffnet. Normalerweise ist das erst Mitte April der Fall. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist das warme Wetter für die frühe Kirschblüte verantwortlich.

Das warme Wetter könnte ein weiteres Problem verursachen: Je wärmer es ist, desto schneller fallen die Blütenblätter, sodass die Zuschauer nur ein paar Wochen Zeit haben, um die Show zu genießen. Das Naturschauspiel lockt jährlich Scharen von Touristen in die Bonner Altstadt.

Am Rande der jetzigen Bundeshauptsadt Berlin zeigen sich zu Ostern erst einige kleine Knospen. In Teltow, dort wo einst die Mauer Westberlin von der DDR trennte, steht jetzt die TV-Asahi-Kirschblütenallee. 

Am Tag des Mauerfalls hatte der japanische Fernsehsender seine Zuschauer ermuntert aus Freude über die Überwindung der deutschen Teilung, Geld für Kirschbäume zu spenden. 

Mehr als 9.000 Bäume spendeten die Japaner. Nach japanischer Tradition sollen die Kirschblüten Frieden und Ruhe in die Herzen der Menschen bringen.

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Berlin-Lichterfelde und der Stadt Teltow stehen rund 1.000 Kirschbäume und  bilden damit die längste Japanische Kirschbaumallee in Berlin-Brandenburg.

Die Kirsche ist die inoffizielle Nationalblume Japans. Sakura (das japanische Wort für Kirschblüten), steht für die Japaner für Vergänglichkeit und gleichsam ist es ein Symbol der Erneuerung. 

In Japan, das für seine Sakura-Beobachtungstradition bekannt ist, hat sich die Kirschblüte verspätet. Der Japanische Wetterdienst eröffnete am Samstag offiziell die Blütensaison – 15 Tage später als im vergangenen Jahr: Der Februar war kälter als üblich im Raum Tokio.

_[Tokioer Kirschblüten blühen.] Heute, am 29. März (Freitag), gab die Japan Meteorological Agency das Aufblühen der Kirschblüten in Tokio bekannt. Es wurde beobachtet, dass die Blüte 5 Tage später als normal und 15 Tage später als im letzten Jahr erfolgte. Das letzte Mal blühten die Bäume vor 12 Jahren (31. März 2012) so spät. https://weathernews.jp/s/topics/202403/240075/… Foto: Exemplar eines Tokioter Kirschbaums (Somei Yoshino) am Yasukuni-Schrein #開花宣言
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Die Sakura-Saison beginnt, wenn an einem Baum am Yasukuni-Schrein in Tokio mehr als fünf offene Knospen festgestellt werden.

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