Russisches Gericht verlängert Haft von russisch-amerikanischer Journalistin

Alsu Kurmasheva, Redakteurin des von der US-Regierung finanzierten tatarisch-baschkirischen Dienstes von Radio Free Europe/Radio Liberty
Alsu Kurmasheva, Redakteurin des von der US-Regierung finanzierten tatarisch-baschkirischen Dienstes von Radio Free Europe/Radio Liberty Copyright AP/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit AP
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Ein Gericht in Russland hat am Montag angeordnet, dass die inhaftierte russisch-amerikanische Journalistin Alsu Kurmasheva zwei weitere Monate in Haft bleiben muss, bis ihr der Prozess gemacht wird.

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Ein Gericht in Russland hat am Montag angeordnet, dass die inhaftierte russisch-amerikanische Journalistin Alsu Kurmasheva zwei weitere Monate in Haft bleiben muss, bis ihr der Prozess gemacht wird - ein weiterer Schritt im harten Vorgehen des Kremls gegen Andersdenkende und die Meinungsfreiheit.

Alsu Kurmasheva ist Redakteurin des von der US-Regierung finanzierten tatarisch-baschkirischen Dienstes von Radio Free Europe/Radio Liberty. Am 18. Oktober wurde sie festgenommen und angeklagt, sich nicht als ausländischer Agent registriert zu haben, während sie Informationen über das russische Militär sammelte. Ausländische Journalisten müssen sich in Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs nach einer Gesetzesänderung als "ausländische Agenten" bei den Behörden melden. 

Später wurde Kurmasheva auch wegen der Verbreitung "falscher Informationen" über das russische Militär angeklagt.

Kurmasheva, die die US-amerikanische und die russische Staatsbürgerschaft besitzt und mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Prag lebt, könnte nach Angaben von RFE/RL im Falle einer Verurteilung mit bis zu 10 Jahren Gefängnis rechnen. Sie wurde am 2. Juni 2023 auf dem internationalen Flughafen von Kasan angehalten, nachdem sie im Monat zuvor nach Russland gereist war, um ihre kranke, ältere Mutter zu besuchen.

Medizinische Versorgung in der Haftanstalt minimal

Sie erzählte Reportern im Gerichtssaal am Montag, dass es ihr "körperlich nicht sehr gut" gehe und dass einige ihrer Krankheiten in der Haft aufgeflammt seien. "Die Lebensbedingungen sind sehr schlecht, ich habe keine Möglichkeit, mich um meine Gesundheit zu kümmern", sagte sie und fügte hinzu, dass die medizinische Versorgung in der Haftanstalt "minimal" sei.

Nachdem Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 Truppen in die Ukraine entsandt hatte, gingen die russischen Behörden verstärkt gegen Kreml-Kritiker und unabhängige Journalisten vor und griffen dabei auf Gesetze zurück, die jede öffentliche Äußerung über den Konflikt, die von der Kreml-Linie abweicht, kriminalisieren.

Kurmasheva ist die zweite US-Journalistin, die im vergangenen Jahr in Russland inhaftiert wurde. Im März 2023 war der Wall Street Journal-Reporter Evan Gershkovich unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Gershkovich und sein Arbeitgeber haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Die US-Behörden sehen ihn zu Unrecht inhaftiert. 

Kurmashevas Arbeitgeber Radio Free Europe/Radio Liberty schreibt, dass bereits vier ihrer Beschäftigen derzeit aufgrund von Anschuldigungen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit inhaftiert sind. Rechtsgruppen und RFE/RL haben wiederholt die Freilassung aller vier gefordert.

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