Die Zukunft Syriens ist ungewiss. Euronews spricht mit einem Experten über die Situation.
Die internationale Besorgnis über die Zukunft Syriens nach dem Sturz des Assad-Regimes wächst. Hunderttausende Menschen kamen im Bürgerkrieg ums Leben. Eine der größten Flüchtlingskrisen des 21. Jahrhunderts wurde verursacht und ein ganzes Land wurde buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht.
Über all das haben wir mit Triantafillos Caratrado gesprochen, einem Experten, der sich auf die europäische Sicherheit und die neuen Bedrohungen spezialisiert hat, insbesondere die Radikalisierung, die zu gewalttätigem Extremismus und Terrorismus führt.
"Ich würde sagen, dass es nicht genug Leute geschafft haben, alle Punkte zusammenzufügen und die Parallelen zu erkennen, die sowohl Syrien als auch die Situation im Nahen Osten und die Situation in der Ukraine verbinden. Die Realität sieht jedoch so aus, dass das Interesse der Öffentlichkeit und der internationalen Gemeinschaft mit wenigen Ausnahmen nach dem Jahr 2016/17 nachließ, als die Flüchtlingskrise schwand und Assads Streitkräfte begannen, den größten Teil Syriens zu kontrollieren, mit Ausnahme der Region Idlib, in der die bewaffneten Kräfte der Opposition im Wesentlichen konzentriert sind. In Wirklichkeit wurden hier also zwei Faktoren unterschätzt.
Der erste Faktor war die starke Abhängigkeit des Assad-Regimes von externen Sicherheitsdienstleistern, vornehmlich von Russland, dem Iran über die Hisbollah und verschiedenen anderen schiitischen bewaffneten Gruppen und Milizen, die größer als erwartet waren. Der zweite Aspekt ist, dass diese Gruppen letztlich dschihadistisch sind und andere, dieses Mosaik von bewaffneten Organisationen, aus denen sich die Rebellen-Oppositionsarmee zusammensetzt, in den letzten Jahren eine Führung übernommen haben, ohne dass diese Führung unbedingt von allen akzeptiert wird, weil es so viele Besonderheiten gibt. Schließlich handelt es sich um eine Organisation, die u.a. von den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich als terroristische Organisation anerkannt wird, der es aber gelungen ist, mit Gewalt die Führungsrolle zu übernehmen und die Entwicklungen auf dem Schlachtfeld in letzter Zeit voranzutreiben."
Das vollständige Interview finden Sie im Video am Beginn der Seite.