Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Kommt bald kein Postbote mehr? Dänemark stoppt 2026 Briefzustellung

Briefträger in Deutschland
Briefträger in Deutschland Copyright  Joerg Sarbach/AP2009
Copyright Joerg Sarbach/AP2009
Von Kirsten Ripper mit Bundesnetzagentur, AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

In Dänemark nimmt Nordpost nur noch bis zum 18. Dezember 2025 Briefe entgegen. Im neuen Jahr gehören die traditionellen roten Briefkästen der Vergangenheit an. Wie in vielen anderen Ländern werden auch in Deutschland immer weniger Briefe verschickt.

Ihre Weihnachtspost können die Menschen in Dänemark in diesem Jahr noch weitgehend wie gewohnt per Post abschicken, doch schon seit dem vergangenen Juni werden die traditionellen roten Briefkästen nach und nach abgebaut.

Auf ihrer Internetseite richtet sich PostNord an ihre Kunden: "Wenn Sie einfache Briefe (Briefe, Geschäftsbriefe, Direktwerbung und Zeitschriftenpost) versenden möchten, müssen diese bis zum 18. Dezember 2025 bei uns eingereicht werden. Der letzte Tag für das Abgeben von Expressbriefen, Einschreiben, Briefen mit Rückschein und Postdienstleistungen ist der 29. Dezember 2025. Die letzten Briefe werden am 30. Dezember 2025 zugestellt."

Wer sich in Dänemark dann noch dem immer stärkeren Trend zur digitalen Kommunikation widersetzt und weiterhin Briefe abschicken will, muss sich an eine Filiale des privaten Anbieters DAO wenden.

Immer weniger Briefe auch in Deutschland

Wie in Dänemark und in vielen anderen Ländern gehen die Briefsendungen auch in Deutschland immer weiter zurück. Wie die Bundesnetzagentur in ihrem Bericht zum Briefmarkt vom Februar 2025 feststellt, ist "sowohl bei den Briefsendungsmengen als auch bei den entsprechenden Umsätzen ein deutlicher Rückgang über die Jahre eingetreten".

Sendungsmengen auf dem deutschen Briefmarkt
Sendungsmengen auf dem deutschen Briefmarkt Bundesnetzagentur

Dabei werden fast alle Briefe von Privatkunden über die Deutsche Post DHL verschickt. Den gesamten deutschen Briefmarkt - also geschäftliche und private Post - beherrscht DHL mit - wie die Bundesnetzagentur schreibt - "monopolistischen Strukturen" zu 87 Prozent.

Doch das Geschäft mit den Briefen lohnt sich kaum. Briefe aus dem Ausland und ins Ausland machen nur einen ganz kleinen Teil der Umsätze aus.

Umsätze mit Briefsendungen
Umsätze mit Briefsendungen Bundesnetzagentur

Vielerorts gibt es das Postamt, wie es früher einmal war, schon jetzt nicht mehr. Oft werden DHL-Stellen in Schreibwarenläden oder in Kiosken betrieben. Mit den Finanzgeschäften der Postbank sind diese aber nicht betraut.

Die 13 Millionen privaten Kunden und Kundinnen der Postbank finden nicht nur im ländlichen Raum schon jetzt kaum eine Filiale. Tatsächlich ist die Postbank seit einigen Jahren eine Niederlassung der Deutschen Bank. In den wenigen Postbank-Finanzentren empfehlen die Beschäftigten oft, die traditionellen Postsparbücher - die im vergangenen Juni abgeschafft wurden - am besten aufzulösen statt sie in Karten umzuwandeln.

Wer sein Postsparbuch als Karte nutzen will, muss dies in einem Postbank-Finanzzentrum beantragen. Eine Kommunikation per Email ist nicht möglich.

Der Trend geht zu Päckchen und Paketen

Die Post in Dänemark verschickt zwar keine Briefe mehr, doch der internationale Trend zum Versenden von Päckchen und Paketen gilt auch für Skandinavien.

Zum Ende der Briefzustelleung und zur Zukunft schreibt PostNord: "Obwohl dies eine schwierige Entscheidung ist, ist sie ein wichtiger Schritt hin zu einer starken PostNord für die Zukunft, damit wir unseren Weg zum bevorzugten Paketdienstleister in Dänemark fortsetzen können – und damit noch bessere Produkte im Paketmarkt anbieten können."

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Unbestelltes Saatgut im Briefkasten? Diesen Umgang empfehlen Experten

Briefe von Seefahrern: Historischer Fund an der Universität Cambridge

Briefzustellung unter Beschuss: Postbetrieb im ukrainischen Kriegsgebiet