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Glätte-Alarm in Deutschland: Kommt es zu einem Streusalz-Engpass?

Aufgrund der andauernden Schneefälle und frostigen Temperaturen sind die Straßen vielerorts spiegelglatt.
Aufgrund der andauernden Schneefälle und frostigen Temperaturen sind die Straßen vielerorts spiegelglatt. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Die frostigen Temperaturen halten an, der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glätte. Hamburg setzt deshalb wieder Streusalz ein, in Berlin bleibt es für den Privatgebrauch verboten. Eine Stadt hatte außerdem bereits einen Engpass.

Nach Schnee- und Regenfällen haben frostige Temperaturen Gehwege in eine glatte Schlitterpartie verwandelt. Denn viele Wege, Zuwegungen, Bahnsteige und Bushaltestellen sind nicht oder nur unzureichend von Eis, Schneematsch und überfrorenem und festgetretenem Schnee befreit worden.

Eigentlich müssen die Gehwege von Anliegern, also Eigentümern und Vermietern, täglich und im Notfall auch mehrmals so geräumt werden, dass Menschen diese gefahrlos benutzen können. Dazu können auch Sand und Splitt Abhilfe schaffen. Salz oder andere Taumittel sind in vielen Städten aus Umweltgründen nicht erlaubt.

Für Straßen sind die Städte oder Kommunen selbst verantwortlich, für Kreis, Landes- und Bundesstraßen gibt es eigene Winterdienste. Der Winterdienst der Autobahn meldete im November noch, für den Winter gerüstet zu sein.

Glätte und Vereisung: Hamburg setzt Verbot von Streusalz aus

Tausalz ist in Hamburg zum Schutz von Umwelt, Vegetation und Gewässern eigentlich verboten. Da die Stadt allerdings derzeit die heftigsten Schneefälle seit 15 Jahren erlebt, hat die Stadtverwaltung das Verbot aufgehoben.

Der Wechsel von Tau und Frost hat auch hier die Straßen und Gehwege in glatte Pisten verwandelt. Bis zum 21. Januar wurde daher eine Allgemeinverfügung erlassen. Nun darf auch klassisches Tausaltz auf Gehwege gestreut werden, um der Vereisung entgegenzutreten und die Wege wieder sicher zu machen.

"Wir wollen, dass alle sicher durch die Stadt kommen", erklärte der Hamburger Verkehrssenator Anjes Tjarks (Die Grünen). "Ich bitte trotzdem alle Hamburgerinnen und Hamburger Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen", so der Verkehrssenator weiter.

Weil Salz in großen Mengen, wie sie beim Streuen verwendet werden, die Wasser- und Nährstoffaufnahme von Bäumen und Pflanzen sowie Gräsern stört, leidet die Begrünung und der Boden darunter. Im Privatgebrauch ist Streusalz daher verboten. Bei sehr großen Straßen und für die Winterdienste wird es dennoch manchmal eingesetzt.

Alternativen zum Streusalz: So bremsen Sie Glätte aus

Mit dem Streusalzgebot Hamburg jedoch eine Ausnahme. In Großstädten wie Berlin ist Tausalz nicht erlaubt und auch in vielen bayerischen Kommunen darf Streusalz privat nicht verwendet werden.

Der Bund Naturschutz empfiehlt umweltfreundlichere Methoden wie etwa die Verwendung von Sand, Kies, Sägespänen oder spezielles Streumittel mit Umweltzeichen. Bei Eis und Glätte hemmen diese Streumittel das Rutschen auf den Straßen mechanisch. Allerdings wirkt Kies immer nur an der Oberfläche und muss regelmäßig in geringfügigen Mengen neu ausgebracht werden, um Rutschen zu verhindern, bis sich die nächste Schicht Eis darüberlegt.

Aufgrund der Glätte kam es in den vergangenen Tagen deutschlandweit vermehrt zu Unfällen und Verletzungen. In Berlin hatte es schon zwischen den Jahren durch überfrierenden Regen Glatteis in Berlin gegeben. Die Krankenhäuser berichteten von überlasteten Notaufnahmen, Intensivstationen und OP-Sälen.

Stralsund: Streusalzvorräte kurzzeitig erschöpft

Die Stadt Stralsund kam vergangenen Montag zu einem Engpass. Nun sind die Streusalzvorräte der Stadt in Mecklenburg-Vorpommern wieder aufgefüllt, die neue Lieferung kam bereits einen Tag nach dem Engpass. Durch regelmäßige Bestellungen können Engpässe normalerweise vermieden werden, wie eine Sprecherin der Stadt dem Nordkurier sagte.

Sobald der Füllstand der Silos unter 70 Prozent fällt, würden Nachbestellungen ausgelöst. Die Silos können rund 120 Tonnen Streusalz beherbergen, auch Notfallreserven in Form von Säcken seien vorhanden. Für bestimmte Gehwege nutze die Stadt Stralsund außerdem Sand gegen die Glätte.

Von einem generellen Engpass bei Streusalz ist derzeit nicht die Rede.

Die Autobahndienste haben für den Wintereinsatz eigenen Angaben zufolge rund 1.450 Spezialfahrzeuge umgerüstet. Auch die Salzreserven seien bereits für Anfang November aufgestockt worden. Insgesamt würden bundesweit 310 Salzhallen, 112 Salzsilos und 377 Soletanks für die Lagerung bereitstehen.

In dem kommenden Tagen soll es erneut zu Schneefällen und Schauern kommen und auch die Temperaturen bleiben im Minusbereich. Es ist also nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch weiterhin Vorsicht bei Glätte geboten.

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