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Venezuela im Fokus: Trump verteidigt US-Einfluss und beschlagnahmt weiteren Öltanker

Delcy Rodríguez, anlässlich einer institutionellen Erklärung
Delcy Rodríguez, anlässlich einer institutionellen Erklärung Copyright  AP Photo
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Von Cristian Caraballo
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Donald Trump hat mit Delcy Rodríguez gesprochen und die Vormundschaft der USA über Venezuela verteidigt. Gleichzeitig beschlagnahmte er einen weiteren venezolanischen Öltanker. Er wird auch mit der Oppositionsführerin María Corina Machado zusammentreffen.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben am Mittwoch mit der neuen Präsidentin von Venezuela, Delcy Rodríguez telefoniert. Das Gespräch bezeichnete er als "produktiv und höflich".

Es soll ein längeres Gespräch gewesen sein, dass ihm ermöglicht habe, eine breite Palette von Themen anzusprechen, darunter Öl, Mineralien, Handel und regionale Sicherheit. Die Beziehungen zu Venezuela würden "gut laufen", betonte Trump. Er bekräftigte, dass Washington die venezolanische Regierung weiterhin unter seiner Vormundschaft halten würde.

Am 3. Januar hatte US-Präsident Trump den ehemaligen Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, und seine Frau Cilia Flores festnehmen und nach New York bringen lassen. Rodríguez war unter Maduro Vizepräsidentin und übernahm anschließend die Interimspräsidentschaft.

Die venezolanische Regierungschefin erklärte gemeinsam mit ihrem Bruder Jorge Rodríguez, dem Chefunterhändler der Regierung, und Innenminister Diosdado Cabello, der Austausch mit Trump sei respektvoll und nützlich gewesen.

Beschlagnahmung von Öltankern und Verstärkung der Karibikblockade

Nicht nur politisch, auch wirtschaftlich mischt Trump in Venezuela mit und hat den Druck auf den venezolanischen Erdölsektor verschärft. Die Küstenwache beschlagnahmte am Donnerstag in der Karibik den Öltanker "Veronica". Der Besatzung wird vorgeworfen, gegen die von Washington verhängte Blockade venezolanischen Rohöls verstoßen zu haben.

Die Ministerin für Innere Sicherheit, Kristi Noem, berichtete, dass die Durchsuchung früh am Morgen und in Abstimmung mit dem Verteidigungs-, Außen- und Justizministerium durchgeführt wurde.

Nach Angaben der US-Behörden gehörte die "Veronica" zur sogenannten "Geisterflotte" und hatte zuvor venezolanische Gewässer durchquert. Es handelt sich um die sechste Intervention dieser Art, seit die Trump-Regierung mit der systematischen Beschlagnahmung sanktionierter Schiffe in der Karibik begonnen hat.

Die Aktionen sind Teil der Operation Southern Lightship, mit der die USA seit August ihre Marine- und Luftpräsenz in der Region verstärkt haben. In den vergangenen Wochen wurden auch die unter russischer Flagge fahrende "Marinera" sowie die Öltanker "Olina", "M/T Sophia", "Centuries" und "Skipper" abgefangen.

Kuba gedenkt der in Caracas getöteten Agenten

Während der US-Militäroperation in Caracas zur Festnahme von Nicolás Maduro sind 32 Sicherheitsbeamte ums Leben gekommen. Kuba würdigte sie am Donnerstag mit einer Auszeichnung.

Die Verstorbenen, die zum engsten persönlichen Sicherheitskreis des chavistischen Führers gehörten, wurden posthum befördert. Havanna bestätigte offiziell die Präsenz kubanischer Mitarbeiter im venezolanischen Sicherheitsapparat. Das war bisher nicht öffentlich bestätigt worden.

Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, dass die Agenten auf Ersuchen der venezolanischen Behörden im Einsatz waren. Sie seien im direkten Kampf oder infolge von Bombenangriffen ums Leben gekommen.

Die kubanische Regierung organisierte eine Reihe von Gedenkveranstaltungen, darunter offizielle Zeremonien, einen Volksmarsch und eine Kundgebung auf der Antiimperialistischen Tribüne vor der US-Botschaft in Havanna.

Venezuela hat die Gesamtzahl der Opfer der Militärintervention nicht bekannt gegeben, daher ist nicht bekannt, welchen Anteil die 32 getöteten Kubaner ausmachen.

Trumps Treffen mit María Corina Machado

In diesem Zusammenhang empfängt Donald Trump die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin, María Corina Machado, im Weißen Haus. Die Oppositionsführerin möchte einen direkten Draht nach Washington aufrechterhalte - insbesondere nach dem intensivieredem Kontakt mit der von Delcy Rodríguez geführten Exekutive.

Trump hatte bereits Tage zuvor erklärt, es sei "eine Ehre", sie zu empfangen.

Machado verließ Venezuela nach monatelanger Geheimhaltung mit logistischer Unterstützung der USA und hat seitdem eine diskrete internationale Agenda verfolgt. Das Treffen im Weißen Haus findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die US-Regierung auf der Notwendigkeit besteht, die politische Stabilität in Venezuela zu gewährleisten und die Erdölförderung des Landes unter die Kontrolle Washingtons zu stellen - zentrale Punkte ihrer derzeitigen Politik gegenüber dem südamerikanischen Land.

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