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Schweres Zugunglück in Spanien: Was bislang bekannt ist

Eine verletzte Person wird in das Behelfskrankenhaus im Sportzentrum in Adamuz, in der Nähe von Cordoba, Südspanien, am Montag, 19. Januar 2026, gebracht.
Eine verletzte Person wird in das Behelfskrankenhaus im Sportzentrum in Adamuz, in der Nähe von Cordoba, Südspanien, am Montag, 19. Januar 2026, gebracht. Copyright  Francisco J. Olmo / Europa Press vía AP
Copyright Francisco J. Olmo / Europa Press vía AP
Von Javier Iniguez De Onzono
Zuerst veröffentlicht am
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Entgleisung auf gerader Strecke, dann der Zusammenprall: Nahe Adamuz in Andalusien prallten zwei Schnellzüge zusammen. Die Zahl der Toten ist auf mindestens 39 gestiegen. Retter waren in der Nacht in verbogenen Waggons im Einsatz. Die Details zur Lage.

Der jüngste Bericht der Rettungsdienste zum schwersten Zugunglück in Spanien seit Angrois (A Coruña) im Jahr 2013 spricht von mindestens 39 Toten und mehr als 152 Verletzten. 20 Menschen sind schwer verletzt, fünf schweben in kritischem Zustand.

Wo und wann hat sich der Unfall ereignet?

Ein Hochgeschwindigkeitszug vom Typ Iryo 6189, unterwegs von Málaga-María Zambrano nach Madrid-Atocha, entgleiste am Sonntag gegen 19.45 Uhr. Das Unglück passierte nahe Adamuz im Norden der Provinz Córdoba. Die Gemeinde liegt rund 30 Kilometer von der Stadt Córdoba entfernt.

Die letzten beiden Wagen des Zuges gerieten auf das Gegengleis und kollidierten mit einem Alvia-Langstreckenzug auf der Strecke Madrid–Huelva. Dieser Zug kreuzte den Abschnitt im Unglücksmoment. Durch den Aufprall wurden die ersten beiden Wagen des Alvia aus den Schienen geschleudert und stürzten eine etwa vier Meter hohe Böschung hinab. Die Fahrgäste in diesen Wagen trugen die Hauptlast des Unfalls.

In einem provisorischen Feldlazarett in Adamuz wurden 170 Menschen mit leichten Verletzungen behandelt, sagte Juanma Moreno Bonilla, Präsident der andalusischen Regionalregierung. Er machte sich selbst ein Bild am Unglücksort. Verkehrsminister Óscar Puente verfolgte die Lage von einer Notfallstation am Bahnhof Madrid-Atocha aus.

Der andalusische Ministerpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla hat sein Beileid bekundet.

Wie viele Fahrgäste befanden sich in den Zügen?

Die Angaben zu der Anzahl der betroffenen Fahrgäste schwanken. Schätzungen zufolge waren insgesamt etwa 500 Fahrgäste in beiden Zügen. Die meisten Opfer saßen nach bisherigen Erkenntnissen im Alvia-Zug in Richtung Madrid, der getroffen wurde und dessen vordere Wagen entgleisten. Unter den Toten ist nach Angaben des Verkehrsministeriums auch der Lokführer dieses Renfe-Zuges.

Die Junta de Andalucía hat den Notfallplan 1 aktiviert. Mindestens acht Gerichtsmediziner sind vor Ort. Außerdem wurden mehrere Teams zur psychologischen Betreuung eingesetzt, die Angehörige und Verletzte unterstützen. Neben Ärzten und Rettungskräften ist auch die militärische Notfalleinheit im Einsatz.

Viele Passagiere werden im Feldlazarett vor Ort betreut. Andere wurden in das Krankenhaus Reina Sofía in Córdoba gebracht.

Was ist über die Ursachen bekannt?

Verkehrsminister Óscar Puente erklärte am Morgen, die Ursache des Unfalls sei bislang unklar. Die Gleise auf dem betroffenen Abschnitt seien seit Mai vergangenen Jahres erneuert worden. Der entgleiste Zug habe zudem aus relativ neuem Material bestanden. Der Streckenabschnitt, auf dem sich die Züge begegneten, sei gerade.

Nach einem solchen Unglück wird eine gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungskommission eingesetzt. Puente bestätigte, dass diese Kommission eingerichtet wird. „700 Millionen Euro wurden in diese Strecke investiert“, sagte er. Sie habe sich „angeblich in perfektem Zustand“ befunden. Der entgleiste Iryo sei erst vier Jahre alt. Zu den Ursachen sagte der Minister: Es handele sich um einen „sehr schwer zu erklärenden Unfall“.

Folgen für den spanischen Bahnverkehr

Heute fallen nach Angaben der Behörden mehr als 200 Züge zwischen Madrid und Andalusien aus. Einige Mittel- und Langstreckenzüge können dennoch fahren, weil sie auf alternative Strecken ausweichen. Die Bahnhöfe in Sevilla, Córdoba und Málaga bleiben geöffnet, um Angehörige zu betreuen, die auf Nachrichten warten. Die Verbindungen von Madrid nach Toledo, Ciudad Real und Puertollano sollen regulär verkehren.

Auch die Flugverbindungen zwischen Madrid und mehreren andalusischen Städten werden verstärkt. Sie sollen die vorübergehend ausgefallenen Zugverbindungen teilweise ersetzen. Wie lange die Einschränkungen dauern, ist derzeit offen. Die Bergung und Entfernung der Züge von der beschädigten Strecke gilt als sehr kompliziert. „Es ist ein Haufen Eisen“, sagte Regionalpräsident Moreno Bonilla. Für die Räumung würden schwere Maschinen benötigt.

Wir werden diese Eilmeldung weiter aktualisieren. Adif hat für Betroffene eine Notfallnummer eingerichtet: 900 10 10 20. Der Bahnbetreiber Iryo bietet Hilfe unter der Nummer 900 00 14 02 an.

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