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Macron in Davos: "Setzen auf Respekt statt Einschüchterung" – Spannungen mit Trump steigen

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine Sonderansprache auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 20. Januar 2026
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine Sonderansprache auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 20. Januar 2026 Copyright  WEF
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Von Aleksandar Brezar
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Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen Gegenentwurf zu Donald Trump aufgezeichnet. Europa stehe für "Respekt statt Brutalität".

Europa "solle nicht zögern, die ihm zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen", um seine Interessen zu schützen. Das sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump.

Zuletzt hatte Trump Frankreich Zölle in Höhe von 200 Prozent auf Wein und Champagner angedroht, falls Macron nicht dem sogenannte "Board of Peace" für den Gazastreifen beitreten wolle.

Wegen eines seit Tagen bestehenden Problems am linken Auge, das Macron als unschön, aber nicht bedenklich bezeichnet hatte, trug der Staatschef eine Pilotenbrille.

Macron verurteilte das Bestreben der USA, das darauf abziele, "Europa unterzuordnen".

"Europa muss sich eindeutig um seine Kernprobleme kümmern", erklärte er in einer eindringlichen Botschaft und drängte auf mehr Innovation und private Investitionen in allen Schlüsselsektoren.

Macron vs Trump

Obwohl er Trump nicht direkt ansprach, wich Macron dem Streitthema aus.

Er eröffnete seine Rede mit den Worten: "Es ist die Zeit des Friedens, der Stabilität und der Vorhersehbarkeit", und erntete damit viel Gelächter im Saal. "Doch wir haben uns der Instabilität und dem Ungleichgewicht genähert", sagte Macron und, dass sich "Konflikte normalisiert haben".

In einem indirekten Seitenhieb auf Trump erwähnte Macron, dass 2025 Dutzende Kriege herrschten: "Ich habe gehört, dass einige davon beigelegt worden sind."

Am Ende schloss der Präsident mit den Worten: "Wir ziehen Respekt den Tyrannen vor".

Mein Freund, ich verstehe das nicht

Kurz vor Emmanuel Macrons Auftritt in Davos hatte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social Screenshots von Nachrichten des französischen Präsidenten veröffentlicht. Darin bietet Macron Trump ein Treffen mit "Ukrainern, Dänen, Syrern und Russen" an und schlägt vor, den US-Präsidenten zu einem Abendessen in Paris einzuladen.

"Mein Freund ... Ich verstehe nicht, was Sie auf Grönland machen", schrieb Macron. "Lassen Sie uns versuchen, große Dinge aufzubauen."

Kräftemessen zwischen Macron und Trump - Archiv 13. Oktober 2025
Kräftemessen zwischen Macron und Trump - Archiv 13. Oktober 2025 AP Photo

Die Textnachrichten tauchten auf, nachdem Macron Trumps Einladung, seiner Friedensinitiative beizutreten, abgelehnt hatte. Daraufhin drohte der US-Präsident mit 200%igen Zöllen auf französischen Wein und Champagner.

"Nun, niemand will ihn, weil er sehr bald aus dem Amt sein wird", sagte Trump über Macron. "Ich werde 200% Zölle auf seine Weine und Champagner erheben und er wird sich anschließen."

Auf einer Pressekonferenz vor Macrons Rede in Davos kritisierte der Élysée-Palast ausdrücklich Trumps Zollstrategie und erklärte, Frankreich sehe in Zöllen keine Lösung für globale Probleme oder wirtschaftliche Ungleichgewichte.

Beamte bezeichneten den Strafz¨/olle als kooperationsfeindlich und als eine grundlegend fehlerhafte Methode.

Trump reist nach Davos

Trump stimmte am Montag während eines Telefonats mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte einem Treffen in Davos zu, bestand aber darauf, dass es kein Zurück in Bezug auf die Kontrolle Washingtons über Grönland geben könne, da die arktische Insel für die Sicherheit der USA und der Welt von entscheidender Bedeutung sei.

Ein Mensch geht durch eine schneebedeckte Straße in Nuuk, Grönland, 19. Januar 2026
Eine Person geht durch eine schneebedeckte Straße in Nuuk, Grönland, 19. Januar 2026 AP Photo

Nur einen Tag zuvor hatte der US-Präsident am Sonntag einen Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre geschickt. Darin machte Trump Norwegen dafür verantwortlich, dass er nicht den Friedensnobelpreis bekommen habe. Deshalb sehe er sich in Bezug auf Grönland nicht an friedliches Vorgehen gebunden.

In der Botschaft, die Trump auch an andere NATO-Staats- und Regierungschefs schickte, hieß es: "Da Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen, weil ich mehr als acht Kriege verhindert habe, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, nur an den Frieden zu denken."

Støre stellte klar, dass die norwegische Regierung den Friedensnobelpreis nicht vergibt - das Nobelkomitee ist ein unabhängiges fünfköpfiges Gremium.

Der Preis wurde 2025 an die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado verliehen, die ihre Medaille Mitte Januar im Weißen Haus symbolisch an Trump übergeben hatte.

Nach den Regeln des Nobelinstituts kann der Titel des Preisträgers allerdings nach der Verleihung nicht übertragen werden.

Um frei zu bleiben, muss man gefürchtet sein

Der Streit um Trumps Ambitionen auf Grönland folgt auf Macrons jüngstes Versprechen, Frankreichs militärische Präsenz auf der arktischen Insel zu verstärken.

Rund 15 französische Soldaten sind bereits für Übungen in Nuuk stationiert, und weitere Land-, Luft- und Seestreitkräfte sollen folgen.

In einer Rede vor den Streitkräften auf dem Luftwaffenstützpunkt Istres erklärte Macron, dass 2026 ein Jahr der Herausforderungen für die französische Verteidigung sein werde, und bestätigte Pläne für zusätzliche Militärausgaben in Höhe von 36 Milliarden Euro im Zeitraum 2026-2030.

"Um frei zu bleiben, muss man gefürchtet sein, und um gefürchtet zu sein, muss man mächtig sein. Um in dieser brutalen Welt mächtig zu sein, müssen wir schneller und stärker handeln", sagte Macron.

Am Mittwoch sollte US-Präsident Donald Trump in Davos seine mit Spannung erwartete Rede halten.

Ob Macron für mögliche Treffen mit Trump in Davos bleiben wird, war zunächst unklar, obwohl eine dem französischen Präsidenten nahestehende Quelle seine Teilnahme an den Gesprächen über die Ukraine am Mittwoch nicht ausschloss.

Die Delegation Washingtons, zu der auch US-Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff gehören, ist die größte, die je in den Schweizer Alpenort gereist ist.

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