Starker Eisregen macht viele Straßen in Deutschland spiegelglatt: Die Polizei meldet Hunderte Unfälle, teils fällt der Schulbetrieb aus. Am Wochenende könnte sich die Lage erneut zuspitzen – erst mit Glatteis, dann mit kräftigem Schneefall. Besonders die östlichen Landesteile werden betroffen sein.
Eisregen und Glatteis bremsen derzeit weite Teile Deutschlands aus – mit Schulschließungen, Hunderten Unfällen und teils gesperrten Straßen. Besonders im Nordwesten zeigte sich, wie schnell aus harmlos wirkendem Niederschlag gefährliches Glatteis werden kann.
Auch in Europa spitzt sich die Lage zu: In Portugal meldet der Wetterdienst bereits Auswirkungen von Sturm Ingrid. Ein Zeichen dafür, dass das Winterwetter derzeit nicht nur Deutschland im Griff hat.
Eisregen im Nordwesten, schwere Unfälle in NRW
In Niedersachsen fiel in mehreren Landkreisen sowie in der Stadt Osnabrück der Unterricht an Schulen aus, weil Eisregen und extreme Glätte den Schulweg unsicher machten. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage auf den Straßen als „katastrophal“; die Behörden sprachen von einem „massiven Problem“ und riefen Bewohner dazu auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.
Seit den frühen Morgenstunden wurden in dem betroffenen Gebiet mehrere Hundert Glätteunfälle registriert, überwiegend mit Blechschäden, aber auch mit Leichtverletzten.
In Nordrhein-Westfalen kam es auf der A44 bei Paderborn zu einer Unfallserie: Drei Menschen starben, mindestens elf wurden verletzt, die Strecke zwischen Marsberg und Lichtenau wurde in beide Richtungen gesperrt. Laut Polizei kam es dort aufgrund von Straßenglätte zu insgesamt 18 Unfällen.
Wochenende: Erst Glatteis, dann Schnee
Der Blick richtet sich nun aufs Wochenende: Der Deutsche Wetterdienst erwartet weiter eine winterliche Wetterlage mit Glätte, Glatteis und teils Neuschnee.
Am Samstagvormittag droht im Nordwesten und in Teilen der westlichen Mittelgebirge Glatteis durch leichten gefrierenden Regen; regional ist in den Frostgebieten auch Unwetter möglich. In der Nacht auf Sonntag ist im Westen markante Glätte durch überfrierende Nässe nicht ausgeschlossen.
Zum Sonntagabend und in der Nacht zum Montag sind regional markante Schneefälle vor allem in Teilen der Ost- und Nordosthälfte möglich – im Flachland um 10 Zentimeter, in Mittelgebirgen und am Alpenrand teils bis zu 20 Zentimeter. Damit steigt zum Wochenstart in vielen Regionen das Risiko für Schneeglätte.
Der Winter schaltet am Wochenende somit nicht ab – er wechselt nur den Modus: vom gefährlichen Glatteis in den Schneebetrieb.
Wie es zur Wetterlage kommt
Wetterdienste beschreiben dabei ein Tief, das aus dem Raum Italien (Adria) nach Norden zieht und sich Richtung Mitteleuropa verlagert – mit dem Potenzial, Schneefall in einem breiten Streifen zu bringen.
Für den Verkehr heißt das: Nicht nur Rutschgefahr durch Eis, sondern zusätzlich Schneeglätte, Schneematsch und lokal auch festgefahrener Schnee – besonders problematisch dort, wo es im Tagesverlauf antauen und nachts wieder anfrieren kann.
Bundesweiter Überblick: Wo besondere Vorsicht gilt
Kurzfristig liegt der Schwerpunkt der Glätte im Westen und Nordwesten, vor allem in der Nacht zum Samstag. Besonders kritisch sind Brücken, Auf- und Abfahrten sowie schattige Nebenstraßen, weil sie schneller auskühlen und Glätte oft länger hält.
In den Dauerfrostgebieten im Norden und Osten bleibt Glätte tendenziell hartnäckiger, weil es tagsüber nicht überall über den Gefrierpunkt geht.
In Berlin und Brandenburg gilt: Solange es trocken-kalt bleibt, ist die Lage meist stabiler als in Eisregen-Regionen – doch schon leichter Schneefall am Sonntagabend oder in der Nacht zum Montag kann auf durchgefrorenem Asphalt rasch Schneeglätte auslösen und den Pendlerverkehr zum Wochenstart beeinträchtigen.
Blick nach Europa: Sturm, Schnee und schwere See
Nicht nur Deutschland steckt in einer winterlichen Unwetterlage: In Portugal warnen Behörden vor den Auswirkungen von Sturm Ingrid. Erwartet werden kräftiger Regen, stürmische Böen, raue See und in höheren Lagen auch Schnee.
Auch im westlichen Mittelmeer bleibt es unbeständig: Auf Mallorca wurden Sturmwarnungen verlängert, dazu kommen Regen und eine sinkende Schneefallgrenze.
Insgesamt zeigt sich damit ein europäisches Muster: Tiefdruckgebiete schaufeln feuchte Luftmassen heran, die je nach Temperatur vor Ort als Starkregen, Schnee oder – wie derzeit in Teilen Norddeutschlands – als gefährlicher gefrierender Regen am Boden ankommen.