Nach den Beratungen der US-Delegation verlautete aus dem Kreml, entscheidend für eine Friedenslösung sei die Frage der Territorien.
US-Unterhändler unter Leitung von Steve Witkoff haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau zu nächtlichen Marathongesprächen über ein Ende von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine geführt, die bis in den Freitagmorgen andauerten.
Putins Berater Juri Uschakow, erklärte gegenüber Reportern, die Verhandlungen seien "in jeder Hinsicht nützlich" gewesen. Der Kreml dränge darauf, dass die Territorialfrage gelöst werden müsse, um ein Friedensabkommen zu erreichen.
Uschakow, der an Putins Treffen mit den Abgesandten Steve Witkoff und Jared Kushner teilnahm, sagte, "es wurde bekräftigt, dass eine langfristige Einigung ohne die Lösung der territorialen Frage nicht zu erwarten ist". Er bezieht sich dabei auf die Forderung Moskaus, dass Kyjiw seine Truppen aus den Gebieten im Osten der Ukraine abzieht, die Russland illegal annektiert, aber nie vollständig erobert hat.
Russland werde diese Ziele der "speziellen Militäroperation" auf dem Schlachtfeld vorantreiben, solange es keine Einigung gebe.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag seine europäischen Verbündeten scharf kritisiert, weil sie seiner Meinung nach zu langsam und zu zersplittert auf den seit fast vier Jahre andauernden russischen Angriffskrieg reagierten. Die Ukraine sei dadurch seiner Meinung nach der Gnade Putins ausgeliefert, während die USA auf eine Friedenslösung drängten.
Uschakov merkte an, dass Trumps Gesandte Putin über das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Selenskyj am Donnerstag in Davos, Schweiz sowie über frühere Treffen mit ukrainischen und europäischen Vertretern in den vergangenen Wochen informiert hätten.
Selenskyj bezeichnete die Gespräche mit Trump, die nicht gefilmt wurden, als "produktiv und bedeutungsvoll". Trump schloss sich dieser Meinung an und sagte, dass sowohl Putin als auch Selenskyj eine Einigung anstrebten und dass "jeder Zugeständnisse" mache, um den Krieg zu beenden.
Der US-Präsident erklärte, die Knackpunkte in den Gesprächen seien die gleichen wie bei den Gesprächen in den vergangenen sechs oder sieben Monaten, wobei die "Grenzen" ein zentrales Thema seien. "Das Haupthindernis sind die gleichen Dinge, die schon seit einem Jahr im Wege stehen".
Zusammen mit Steve Witkoff und Jared Kushner war Josh Gruenbaum, der Leiter des Federal Acquisition Service, der als leitender Berater in Trumps sogenanntem Friedensrat fungiert, nach Russland gereist.
Weitere Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Selenskyj kündigte an, dass an diesem Freitag in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei Tage trilateraler Treffen zwischen den USA, der Ukraine und Russland beginnen sollten.
"Die Russen müssen zu Kompromissen bereit sein, denn alle müssen dazu bereit sein, nicht nur die Ukraine, und das ist wichtig für uns", forderte er.
Der Kremlberater Uschakow bestätigte, dass eine russische Delegation an dem Treffen am Freitag in der Hauptstadt Abu Dhabi teilnehmen wird. Die USA hätten während des Kreml-Treffens die Hoffnung geäußert, dass es "Aussichten auf Fortschritte bei allen Fragen im Zusammenhang mit der Beendigung des Konflikts und der Erzielung einer friedlichen Lösung" eröffnen werde.
Uschakow sagte, die russische Delegation werde vom Chef des militärischen Geheimdienstes Igor Kostjukow geleitet. Putins Gesandter Kirill Dmitriev werde mit Witkoff in Abu Dhabi separate Gespräche über wirtschaftliche Fragen führen.