Dänische Veteranen protestierten schweigend vor der US-Botschaft in Kopenhagen, nachdem Präsident Trump die Opfer verbündeter Truppen herabgewürdigt und über eine mögliche Kontrolle Grönlands gesprochen hatte.
Hunderte dänische Veteranen, von denen viele an der Seite von US-Truppen gekämpft haben, veranstalteten am Samstag vor der US-Botschaft in Kopenhagen einen stillen Protest.
Die Demonstration richtete sich gegen Äußerungen der Trump-Regierung, die ihre Kampfeinsätze herabwürdigten, sowie gegen Drohungen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen.
Die Versammlung begann an der Kopenhagener Festung Kastellet, einer historischen Anlage, die bis heute militärisch genutzt wird, und zog anschließend mit dänischen Flaggen zur nahe gelegenen US-Botschaft.
"Dänemark hat stets an der Seite der USA gestanden, und wir waren in Krisengebieten präsent, wenn die USA uns darum gebeten haben", erklärte die Organisation Danish Veterans & Veteran Support, die den Protest organisiert hatte. "Wir fühlen uns von der Trump-Regierung im Stich gelassen und lächerlich gemacht. Worte können kaum beschreiben, wie sehr es schmerzt, dass Dänemarks Beiträge und Opfer im Kampf für Demokratie, Frieden und Freiheit im Weißen Haus offenbar vergessen wurden."
Die Teilnehmenden stellten 52 dänische Flaggen vor der Botschaft auf, jeweils mit dem Namen eines in Afghanistan oder im Irak gefallenen Soldaten. Beim Verlesen der Namen brachen einige Anwesende in Tränen aus.
Die Veteranen erklärten, sie seien empört über Äußerungen aus den USA, die das Recht Grönlands auf Selbstbestimmung infrage stellten und Dänemarks Rolle für die Sicherheit in der Arktis herabsetzten.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Beiträge verbündeter Soldaten relativiert. "Wir haben sie nie gebraucht, wir haben nie wirklich etwas von ihnen verlangt", sagte Trump. "Sie werden sagen, sie hätten ein paar Truppen nach Afghanistan geschickt oder dieses oder jenes getan – und das haben sie auch –, aber sie haben sich ein wenig zurückgehalten, ein wenig abseits der Front."
Der 65-jährige Veteran Søren Knudsen sagte, diese Bemerkungen hätten viele ehemalige Soldaten tief verletzt. "Wir haben Veteranen, die an PTBS oder ähnlichen Erkrankungen leiden, und andere, die davon verschont geblieben sind, sich aber dennoch durch diese Aussagen beleidigt fühlen", sagte er.
In Afghanistan kamen 44 dänische Soldaten ums Leben – die höchste Pro-Kopf-Verlustquote unter den Koalitionstruppen. Weitere acht Soldaten starben im Irak.
Proteste auch in Italien
Auch in Italien kam es zu Demonstrationen. In Mailand versammelten sich Hunderte Menschen, um gegen den geplanten Einsatz von US-Einwanderungs- und Zollbeamten (ICE) während der bevorstehenden Olympischen Winterspiele zu protestieren.
Die Demonstrierenden füllten die Piazza XXV Aprile – benannt nach der Befreiung Italiens vom Faschismus im Jahr 1945 – mit Trillerpfeifen und Transparenten mit Aufschriften wie "Nie wieder heißt nie wieder für alle" und "ICE nur im Spritz", eine Anspielung auf den beliebten Aperitif.
Unterstützt wurde der Protest von Mitgliedern der Demokratischen Partei, des Gewerkschaftsbunds CGIL sowie der ANPI, der Vereinigung zur Wahrung des Andenkens an den antifaschistischen Widerstand.
Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala erklärte, ICE-Agenten seien in der Stadt nicht willkommen. Innenminister Matteo Piantedosi wurde ins Parlament geladen, um den geplanten Einsatz zu erklären.
Die Olympischen Winterspiele werden am 6. Februar eröffnet. Erwartet werden unter anderem US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio.