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BND-Analyse: Russland gibt deutlich mehr für Militär aus als bisher bekannt

Russland hat Teile seiner Verteidigungsausgaben offenbar bisher verschleiert.
Russland hat Teile seiner Verteidigungsausgaben offenbar bisher verschleiert. Copyright  AP (Russian Defense Ministry Press Service via AP)
Copyright AP (Russian Defense Ministry Press Service via AP)
Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die militärischen Ausgaben Russlands sind in den vergangenen Jahren bis zu zwei Drittel höher gewesen als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt, so eine Analyse des Bundesnachrichtendienstes. Darin materialisiere sich "konkret die wachsende Bedrohung Europas durch Russland", heißt es.

Seit Russlands großangelegter Invasion in der Ukraine ist offenbar deutlich mehr Geld in Militär und Rüstung geflossen als bisher angenommen, wie eine Analyse des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) zeigt.

Die Ausgaben sollen nach Angaben des BND um bis zu 66 Prozent höher gelegen haben als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt. Die Analyse zeigt darüber hinaus, dass seit dem Angriffskrieg in der Ukraine das Budget für den Verteidigungshaushalt jährlich gestiegen sei.

Verteidigungshaushalt Russlands um 66 Prozent höher

Die Diskrepanz bei den Zahlen soll sich unter anderem daraus ergeben, dass Bauvorhaben des Verteidigungsministeriums oder IT-Projekte nicht im Haushalt der Verteidigung, sondern in anderen Fachbereichen aufgeführt wurde. Darunter fallen beispielsweise auch die Sozialleistungen für Angehörige der Streitkräfte.

Der BND analysiert, dass die russische Auslegung der Verteidigungsausgaben möglicherweise stark von der Definition der NATO abweiche.

Die militärischen Mittel werden demnach nicht nur für den Krieg gegen die Ukraine eingesetzt, sondern dienen auch dem zusätzlichen Aufbau von Kapazitäten der Armee, beispielsweise an den Grenzbereichen zur NATO-Ostflanke, wie etwa dem Baltikum.

"In diesen Zahlen materialisiert sich konkret die wachsende Bedrohung Europas durch Russland", heißt es in der Analyse.

Russlands Rüstungsbudget 2025: 250 Milliarden Euro

Für das Jahr 2025 schätzt der deutsche Geheimdienst die militärischen Ausgaben Russlands auf rund 250 Milliarden Euro und damit auf etwa die Hälfte des Gesamtbudgets.

Laut dem Geheimdienst handelt es sich um einen Verteidigungsanteil von etwa zehn Prozent am russischen Bruttoinlandsprodukt. Die europäischen Länder versuchen im Vergleich dazu, die 5-Prozent-Marke, die in einer Absichtserklärung im Juni 2025 gemeinsam festgelegt wurde, bis zum Jahr 2035 zu erreichen.

Zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine lagen die militärischen Ausgaben Russlands dem BND zufolge noch bei sechs Prozent des BIP. Im Jahr darauf sei der Anteil auf 6,7 Prozent gestiegen, 2024 auf 8,5 Prozent.

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