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Seltenes Phänomen erwartet Deutschland: Hier kommt es zum "Blutschnee"

**Deutsch:**  Jana Brough betrachtet rosafarbenen Schnee, den sie am Tony Grove Lake nahe Logan im US-Bundesstaat Utah am Mittwoch, dem 28. Juni 2023, in ihrer Hand gesammelt
**Deutsch:** Jana Brough betrachtet rosafarbenen Schnee, den sie am Tony Grove Lake nahe Logan im US-Bundesstaat Utah am Mittwoch, dem 28. Juni 2023, in ihrer Hand gesammelt Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Schnee mit rötlichem Schimmer könnte in diesen Tagen in Teilen Deutschlands fallen. Dahinter steckt ein seltenes Wetterphänomen, das als Blutschnee bezeichnet wird.

Feine Mineralstaub-Partikel aus der Sahara lagern sich an Schneekristalle an und können den Schnee dadurch rötlich oder bräunlich verfärben. Das erwartet Teile Deutschlands an diesem Wochenende.

Blutschnee ist ein extrem seltenes Wetterphänomen, weil zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen: Saharastaub muss bis nach Deutschland transportiert werden, und gleichzeitig muss Schnee fallen, der diesen Staub nach unten bringt.

Nach Aussage von Meteorologen nimmt aktuell ein Wüstentief über Algerien große Mengen Saharastaub auf und transportiert diesen nach Norden bis nach Mitteleuropa. Gleichzeitig treffen diese Luftmassen in Deutschland auf schneereiche, winterliche Bedingungen: der Saharastaub in den kommenden Tagen nach Deutschland geführt und dort mit dem erwarteten Schneefall zusammentreffen.

Ab etwa Berlin geht der Regen in Schnee über, wahrscheinlich mit dem genannten seltenen Rot-Effekt. Blutschnee wird auch in den Alpen, in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erwartet.

Im Süden und Südwesten Deutschlands, etwa in Bayern oder Baden-Württemberg, ist laut Prognosen weniger damit zu rechnen, weil dort derzeit weniger Schneefall erwartet wird.

Blutschnee auch durch Algen

Übrigens: Manchmal kann Schnee eine rötliche Färbung annehmen, weil spezielle Schneeflocken-Algen, sogenannte Schneekeime oder Blutschnee-Algen (Chlamydomonas nivalis), darin wachsen. Diese mikroskopisch kleinen Algen enthalten rote Pigmente (Carotinoide), die sie vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Wenn sie sich im Schnee vermehren, färbt sich dieser rötlich oder rosa. Auch dafür wird der Ausdruck "Blutschnee" verwendet.

Da Phänomen tritt meist in hochgelegenen Regionen oder Gebirgen auf, wo Schnee länger liegen bleibt und die Algen wachsen können.

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