Schnee mit rötlichem Schimmer könnte in diesen Tagen in Teilen Deutschlands fallen. Dahinter steckt ein seltenes Wetterphänomen, das als Blutschnee bezeichnet wird.
Feine Mineralstaub-Partikel aus der Sahara lagern sich an Schneekristalle an und können den Schnee dadurch rötlich oder bräunlich verfärben. Das erwartet Teile Deutschlands an diesem Wochenende.
Blutschnee ist ein extrem seltenes Wetterphänomen, weil zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen: Saharastaub muss bis nach Deutschland transportiert werden, und gleichzeitig muss Schnee fallen, der diesen Staub nach unten bringt.
Nach Aussage von Meteorologen nimmt aktuell ein Wüstentief über Algerien große Mengen Saharastaub auf und transportiert diesen nach Norden bis nach Mitteleuropa. Gleichzeitig treffen diese Luftmassen in Deutschland auf schneereiche, winterliche Bedingungen: der Saharastaub in den kommenden Tagen nach Deutschland geführt und dort mit dem erwarteten Schneefall zusammentreffen.
Ab etwa Berlin geht der Regen in Schnee über, wahrscheinlich mit dem genannten seltenen Rot-Effekt. Blutschnee wird auch in den Alpen, in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erwartet.
Im Süden und Südwesten Deutschlands, etwa in Bayern oder Baden-Württemberg, ist laut Prognosen weniger damit zu rechnen, weil dort derzeit weniger Schneefall erwartet wird.
Blutschnee auch durch Algen
Übrigens: Manchmal kann Schnee eine rötliche Färbung annehmen, weil spezielle Schneeflocken-Algen, sogenannte Schneekeime oder Blutschnee-Algen (Chlamydomonas nivalis), darin wachsen. Diese mikroskopisch kleinen Algen enthalten rote Pigmente (Carotinoide), die sie vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Wenn sie sich im Schnee vermehren, färbt sich dieser rötlich oder rosa. Auch dafür wird der Ausdruck "Blutschnee" verwendet.
Da Phänomen tritt meist in hochgelegenen Regionen oder Gebirgen auf, wo Schnee länger liegen bleibt und die Algen wachsen können.