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Geschwärzte Epstein-Fotos: Website will Verborgenes sichtbar machen - und ist jetzt online

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Von Emre Basaran
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Ein Reddit-Nutzer will die Macht der öffentlichen Meinung und die Schwarmintelligenz nutzen, um die zensierten Dokumente aus den Epstein-Akten zugänglich zu machen. Seine Website ist seit diesem Sonntag online.

Ein Reddit-Nutzer hat ein "digitales Hauptquartier" eingerichtet, um die geschwärzten Epstein-Fotos, die vom US-Justizministerium freigegebenen wurden, zu enthüllen.

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Die Website, die derzeit nur vom Desktop aus unter der Adresse epstein-studio.com zugänglich ist, soll die zensierten Teile der Dokumente mithilfe von kollektiver Intelligenz entschlüsseln.

Epstein-Studio
Epstein-Studio Cleared

Die Arbeitslogik der Website soll verhindern, dass die Dokumente, die die Menschen in vielen Teilen der Welt erschüttern, durch Vermutungen oder Spekulationen verfälscht werden. Jeder kann jetzt anonym Mitglied der Website werden - auch Sie.

Das Portal, das erst seit diesem Sonntag online war, verzeichnete schon in den ersten Stunden Tausende Klicks. Die Website ermöglicht es allen, insbesondere ehrenamtlich tätigen Detektiven, die Dokumente Seite für Seite durchzugehen, wichtige Punkte zu markieren und Widersprüche zwischen verschiedenen Dokumenten zu finden.

US-Präsident Donald Trump und Generalstaatsanwältin Pam Bondi werden seit langem für die "übertriebene Zensur" der Epstein-Akten kritisiert. Einige Dokumente, die fast alle in zensierter Form veröffentlicht worden waren, wurden nach heftiger Kritik in weniger zensierter Form freigegeben.

Zensierte Texte plötzlich sichtbar

Es wurde auch festgestellt, dass die zensierten Teile einiger Dokumente, die nicht ordnungsgemäß "geglättet" wurden, beim Kopieren und Einfügen in ein leeres Textdokument plötzlich sichtbar waren. Schwarze Kästen über dem Text wurden der PDF-Datei als separate Ebene hinzugefügt, die den darunter liegenden Text nicht zerstörte.

Aus diesen und ähnlichen Gründen kritisieren Nutzer und Nutzerinnen das Vorgehen der US-Regierung. Viele engagieren sich seit langem auf verschiedenen Plattformen wie Reddit und X, um Epsteins Komplizen, die ihn beim sexuellen Missbrauch von Minderjährigen unterstützt haben, zu entlarven. Es geht auch um Prominente und Politiker, die die Insel Little St. James, die Epstein gehörte, besucht haben.

Mit Epstein Studio wird versucht, durch verschiedene Methoden "Punkte zu verbinden". Zum Beispiel wird ein Namen, der in einem Dokument geschwärzt wurde, mit einem anderen Namen verglichen, der in einem anderen, nicht zensierten Flugprotokoll oder in einer Hotelrechnung erwähnt wird.

Epstein Studio-Benutzeroberfläche
Benutzeroberfläche von Epstein Studio Cleared

Interessierte Fachleute und Hobbyforscher, die die Plattform nutzen, versuchen, die Zensur durch drei Hauptmethoden zu umgehen:

  • Kontextueller Vergleich: Datums- und Ortsangaben in einem Dokument werden mit anderen öffentlich zugänglichen Archiven (soziale Medien, Nachrichten, Flugdaten) abgeglichen, um festzustellen, wer der geschwärzte Name sein könnte.
  • Technische Fehler: Auch technische Fehler können bei der Beseitigung von Zensur nützlich sein, z. B. die Erkenntnis, dass zensierte Teile von "unredigierten" PDFs aufgedeckt werden können.
  • Kollektives Geolabelling: Wenn Tausende Personen dieselbe Seite analysieren, werden kleine Details - z. B. eine Unterschrift, bei der nur die Spitze sichtbar ist, oder ein Teil einer Adresse - zusammengefügt, um das Gesamtbild zu vervollständigen.

Gefahr der digitalen Hexenjagd

Crowdsourcing-basierte Plattformen wie Epstein Studio bergen das Risiko der Überflutung und der Informationverschmutzung in sich.

Natürlich ist Epstein Studio nicht rechtsverbindlich. Durch die rasche Verbreitung einer Spekulation auf der Plattform gibt es das Risiko einer "digitalen Hexenjagd" und der gezielten Verfolgung Unschuldiger. Doch angesichts der Desinformation, die seit Monaten vor allem auf Social-Media-Plattformen wie X betrieben wird, scheinen die Vorteile der Website, die das Aufspüren und "Verknüpfen" von Millionen von Seiten erleichtert, mehr Nutzen als Schaden zu bringen.

Obwohl behauptet wurde, dass mehrere kritische Namen bisher "mit hoher Wahrscheinlichkeit" über die Plattform identifiziert wurden, liegt noch keine offizielle Bestätigung vor. Das nächste Ziel der Initiative ist es, öffentlichen Druck zu erzeugen, indem sie alle geschwärzten Namen in den Dokumenten auflisten und das Justizministerium zu vollständiger Transparenz zwingen.

JMail, das unzensierten Zugriff auf den gesamten E-Mail-Verkehr Epsteins bietet, wurde ebenfalls eingerichtet, um mit öffentlicher Unterstützung Licht in die dunklen Seiten der Epstein-Ermittlungen zu bringen. Ein Wikipedia-ähnliches Portal auf der JMail-Oberfläche, in dem ausführliche Artikel über die an den Epstein-Ermittlungen beteiligten Personen und Organisationen veröffentlicht werden, ging am 14. Februar 2026 online.

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