Italienische Rüstungskonzerne landen in Saudi-Arabien große Deals: Wass Submarine Systems meldet seinen Rekordvertrag über MU90-Torpedos für die Marine, Leonardo verkauft vier C-27J in der See-Patrouillen-Version. Die Auslieferungen sollen ab 2029 starten.
Die dritte Ausgabe der World Defense Show in Riad ist für die italienische Verteidigungsindustrie ein Erfolg gewesen.
Der Rüstungskonzern Leonardo teilte mit, vier C-27J Maritime Patrol Aircraft (MPA) an die saudi-arabische Marine zu liefern. Die militärischen Transportflugzeuge sind für Seeaufklärung optimiert. Sie verfügen über Sensoren zur Identifizierung von Überwasserzielen und U-Booten. Zudem können sie Torpedos und Anti-Schiffs-Raketen tragen. Die Auslieferungen sollen 2029 beginnen.
Die C-27J ist bereits in 21 Ländern im Einsatz, darunter in den USA. Dort nutzt sie unter anderem die Küstenwache sowie Spezialkräfte. Das Modell gilt als Mehrzweckplattform. Es kann etwa im Katastrophenschutz eingesetzt werden, aber auch für Aufklärung und Lagebild.
Saudi-Arabien ist der erste Kunde der See-Patrouillenversion. Das Königreich hatte 2025 bereits zwei Varianten für Brandbekämpfung und medizinische Evakuierung gekauft.
Für Riad ist die Anschaffung strategisch. Die Flugzeuge sollen Einsätze im Persischen Golf und im Roten Meer unterstützen. Dort kommt es immer wieder zu Angriffen auf Frachtschiffe, unter anderem durch die iranischen Revolutionsgarden und die Huthi-Miliz im Jemen.
Rekordauftrag für Wass
Auch Fincantieri meldete einen großen Erfolg. Über die Tochtergesellschaft Wass Submarine Systems schloss das Unternehmen einen Vertrag über 200 Millionen Euro ab. Geliefert werden leichte MU90-Torpedos an Saudi-Arabien.
Es ist der größte Auftrag in der Geschichte von Wass. Die Lieferungen sollen von den Anlagen in Livorno aus abgewickelt werden und zwischen 2029 und 2030 erfolgen.
Das MU90-System ist eine Waffe zur U-Boot-Abwehr. Es kann von Überwassereinheiten, aber auch von Hubschraubern und Flugzeugen eingesetzt werden. Der Torpedo ist bereits bei der italienischen Marine und in zehn weiteren Ländern im Dienst.
Italiens Exporte in die Region
Am Rande der World Defence Show 2026 nannte Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto die Beziehungen zwischen Rom und Riad "ausgezeichnet". Das gelte auch mit Blick auf politische Fragen, etwa im Zusammenhang mit den Entwicklungen zwischen den USA und Iran.
Zwischen 2023 und 2024 beliefen sich die italienischen Militärexporte nach Saudi-Arabien auf mehr als 458 Millionen Euro. Das geht aus dem Jahresbericht des Parlaments hervor, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde.
Saudi-Arabien ist nach Angaben des Stockholmer Instituts für Friedensforschung Sipri das sechstgrößte Waffenimportland der Welt und das zweitgrößte im Nahen Osten. Italien war im Zeitraum 2020 bis 2024 der zweitgrößte Waffenexporteur in der Region, nach den USA.