Das US-Militär meldet drei weitere zerstörte Boote auf mutmaßlichen Drogenrouten im Pazifik und in der Karibik. Insgesamt sollen dabei 11 Menschen ums Leben gekommen sein – die Angriffe waren Teil der umstrittenen Operation "Southern Lance".
Die USA haben am Dienstag mitgeteilt, dass sie drei weitere Boote zerstört haben, die mutmaßlich mit dem Drogenhandel im Pazifik und in der Karibik in Verbindung standen. Dabei kamen nach US-Angaben mindestens 11 Menschen ums Leben.
Die Angriffe erfolgten im Rahmen der Operation "Southern Lance". Diese führt das US-Militär nach eigenen Angaben seit September vergangenen Jahres im Zuständigkeitsbereich des Southern Command durch, also in Mittelamerika, Südamerika und der Karibik. Als Hauptziel der Operation nennt Washington, den Druck im Umfeld von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro zu erhöhen. Maduro war am 3. Januar bei einer Operation in Caracas von US-Streitkräften gefangen genommen worden.
In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Southern Command heißt es: "Am späten 16. Februar führte die Joint Task Force South Lance unter der Leitung von General Francis L. Donovan drei tödliche kinetische Angriffe gegen drei Schiffe durch, die von ausgewiesenen terroristischen Organisationen betrieben wurden."
Mehr als 40 Angriffe gegen mutmaßliche Drogenhändler – rund 150 Tote
Washington erklärte, die Schiffe hätten "bekannte Drogenhandelsrouten passiert" und seien in den Drogenhandel verwickelt gewesen. In der Mitteilung wird die Operation so zusammengefasst: "Elf männliche Drogenterroristen wurden bei diesen Aktionen getötet: vier auf dem ersten Schiff im östlichen Pazifik, vier auf dem zweiten Schiff im östlichen Pazifik und drei auf dem dritten Schiff in der Karibik."
Die drei Angriffe folgten demnach auf einen weiteren Einsatz vom vergangenen Freitag. Dabei habe das US-Militär ein Schiff bombardiert und drei Besatzungsmitglieder getötet. Seit September habe es mehr als 40 Angriffe dieser Art gegen mutmaßliche Drogenhändler gegeben. Dabei seien rund 150 Menschen ums Leben gekommen.
Kritiker werfen Washington vor, den Betroffenen kein ordentliches Verfahren zu gewähren. Die Regierung von Donald Trump entgegnet, die Maßnahmen seien gerechtfertigt. Zur Begründung verweist sie darauf, mehreren Kartellen und Organisationen, die mit dem Drogenhandel in Lateinamerika in Verbindung stehen, den Krieg erklärt zu haben.