Polnische Behörden deckten eine internationale Verbrecherorganisation auf, die über Jahre hinweg Menschenhandel und Geldwäsche betrieben und insbesondere Bürger aus Lateinamerika, vor allem aus Kolumbien, als Zwangsarbeiter ausbeutete.
Beamte des polnischen Grenzschutzes haben gemeinsam mit der staatlichen Finanzverwaltung der polnischen Regionen Ermland und Masuren Operationen durchgeführt, die zur Festnahme von acht Personen führten, von denen sechs für einen Zeitraum von drei Monaten vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden.
Gegen zwe Menschen wurde eine Präventivmaßnahme in Form einer polizeilichen Überwachung, einer Vermögensgarantie und eines Ausreiseverbots verhängt. Siebzehn Wohn- und Geschäftsräume und über ein Dutzend Autos in der Woiwodschaft Pomorskie wurden durchsucht.
Im Zuge der Ermittlungen wurden Gelder und materielle Güter sichergestellt: Geld, Anlagegold, numismatische Gegenstände und Schmuck im Wert von rund 850.000 Euro. Darüber hinaus wurden Gelder auf 28 Bankkonten mit einem Gesamtwert von über 900.000 Euro gesperrt.
Bei den Einsätzen stießen die Beamten auch auf einen Gegenstand, der einer Schusswaffe ähnelte, sowie auf geringe Mengen von Drogen.
Laut einem Kommuniqué der Staatsanwaltschaft und der Dienststellen wurde gegen die Gruppe seit 2024 ermittelt. Sie bestand hauptsächlich aus Bürgern der Ukraine, Polens und Usbekistans.
Die mutmaßlichen Täter lockten Bürger aus lateinamerikanischen Ländern, meist Kolumbianer, unter dem Vorwand legaler Arbeit nach Polen. Nach ihrer Ankunft wurden die Opfer unter Anwendung von Gewalt, Drohungen und falschen Arbeitsangeboten zur Arbeit gezwungen.
Nach den Erkenntnissen der Ermittler haben die Kriminellen möglicherweise bis zu 2.000 Ausländer angeworben und für den Transport zu Arbeitsplätzen festgehalten. Bislang wurden 50 Opfer des Menschenhandels identifiziert.
Die Festnahme erfolgte nach zwei Fluchtversuchen. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und waren gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Die flüchtenden Männer kapitulierten erst, als die Reifen ihrer Fahrzeuge zerschossen wurden. Niemand wurde verletzt und es war keine medizinische Hilfe erforderlich.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Zahl der Opfer kann sich noch erhöhen. Weitere Verhaftungen und erweiterte Anklagen gegen Verdächtige sind möglich.