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Glauben die Europäer noch an ihre Rente?

Europe in Motion: Für wie sicher halten die Europäer ihre Rente?
Europe in Motion: Für wie sicher halten die Europäer ihre Rente? Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Damaso Jaivenois
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Eine neue Umfrage zeigt, dass die meisten das staatliche Rentensystem für nicht mehr finanzierbar halten. Dennoch sind sie reformunwillig.

Die Bevölkerung in der Europäischen Union altert, und die Exekutive der EU drängt die Mitgliedstaaten dazu, die private Altersvorsorge zu stärken. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, hält die Mehrheit der befragten Bürgerinnen und Bürger in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien das staatliche Rentensystem ihres Landes schon jetzt für nicht mehr finanzierbar.

Laut der YouGov-Umfrage sind die Befragten jedoch auch der Meinung, dass das derzeitige System nicht großzügig genug sei, und lehnen viele Reformvorschläge, wie etwa die Anhebung des Rentenalters, ab.

Einem OECD-Bericht zufolge geben Griechenland und Italien mit rund 16 % ihres Bruttoinlandsprodukts den größten Anteil des Nationaleinkommens für staatliche Renten aus.

Österreich, Frankreich und Portugal folgen mit 13 % bis 14 % ihres BIP.

Zwei Drittel der befragten Franzosen, Deutschen und Spanier gaben bei der YouGov-Umfrage an, dass das staatliche Rentensystem in ihrem Land unbezahlbar sein werde, wenn die heute 30- und 40-Jährigen in Rente gehen.

Diejenigen, die schon heute im Ruhestand sind, sehen die Fähigkeit ihres Landes zur Finanzierung des staatlichen Rentensystems allerdings durchweg optimistischer.

Gibt es einen Konsens für eine Lösung?

Über 70 % der Italiener und Polen, die heute noch erwerbstätig sind, glauben nicht, dass sie genug Geld haben werden, um einen angenehmen Ruhestand zu verbringen. Unter den befragten Franzosen und Spaniern überwog mit 66 % bzw. 64 % ebenfalls der Pessimismus.

Obwohl die Herausforderungen für das staatliche Rentensystem anerkannt werden, gibt es nur wenig Unterstützung für Maßnahmen, die zur Lösung des Problems beitragen könnten.

Die Unterstützung älterer Arbeitnehmer, damit sie länger im Beruf bleiben, anstatt in Rente zu gehen, und die Einführung einer gesetzlichen Verpflichtung für Menschen im erwerbsfähigen Alter, zusätzlich in eine private oder betriebliche Altersvorsorge oder einen Sparplan einzuzahlen, sind die beliebtesten Optionen unter den Befragten in den fünf EU-Ländern - ob sie im Ruhestand sind und im Erwerbsleben stehen.

Die polnischen Befragten sprachen sich besonders für eine Unterstützung älterer Arbeitnehmer aus, während die Deutschen die zusätzliche Einzahlung in eine private oder betriebliche Altersvorsorge bevorzugten.

Die Befragten in Italien waren die einzigen, die eine Kürzung oder vollständige Abschaffung der staatlichen Rente für einkommensstarke Rentner befürworteten.

Die am wenigsten bevorzugten Lösungen waren die Erhöhung der Steuern für Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Kürzung der Mittel für staatliche Dienstleistungen zur Unterstützung älterer Menschen und die niedrigere Rentenauszahlungen an die Menschen im Ruhestand.

Welche Pläne hat die EU, um dieses Problem zu lösen?

In den meisten EU-Ländern werden die staatlichen Renten nach dem Umlageverfahren finanziert, d.h. die Arbeitnehmer von heute zahlen für die Rentner von heute.

Da die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft und Teilzeit- sowie atypische Arbeitsverhältnisse ohne klassische Rentenversicherung zunehmen, haben die Bürger in mehreren Mitgliedstaaten nicht die Gewissheit, in Zukunft eine Rente zu erhalten, die zum Leben reicht, insbesondere Frauen.

Das geschlechtsspezifische Rentengefälle liegt bei 24,5 Prozent, Frauen bekommen also im Schnitt etwa ein Viertel weniger Rente als Männer.

In Ergänzung zur staatlichen Rente hat die Europäische Kommission ein Zwei-Säulen-Konzept zur Förderung der Altersvorsorge und zur Mobilisierung von Bankeinlagen in Höhe von bis zu 10 Billionen Euro in der gesamten EU skizziert, um strategische EU-Prioritäten zu unterstützen, darunter auch die privaten Rentensysteme.

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