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Rheinmetall-Chef warnt: Niedrige Raketenbestände durch Drohnenkrieg

Armin Papperger, 3. November 2025
Armin Papperger, 3. November 2025 Copyright  AP Photo/Vadim Ghirda
Copyright AP Photo/Vadim Ghirda
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnt vor fast erschöpften Beständen in Europa, den USA und dem Nahen Osten. Teure Abfangraketen gegen günstige Drohnen machen die Luftverteidigung zunehmend zum Kostenproblem.

Aufgrund des Krieges gegen den Iran seien derzeit alle europäischen, nahöstlichen und amerikanischen Lagerbestände "leer" oder "fast leer", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger in einem Interview mit dem US-amerikanischen Sender CNBC.

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"Es besteht ein riesiger Bedarf an Raketen und Luftabwehrsystemen", so Papperger. Sollte der Krieg jedoch einen weiteren Monat andauern, werden laut dem deutschen Rüstungschef "fast keine Raketen mehr zur Verfügung stehen".

Die Lagerbestände begründet er mit den Drohnenangriffen des Irans, die mit teuren Flugabwehrsystemen abgeschossen werden. "Es ist sehr schwer, sich mit Raketen gegen Drohnen zu verteidigen", sagte er.

"In den ersten 72 Stunden [des Krieges] haben alleine die USA und die Verbündeten für vier Milliarden Dollar Effektoren verschossen", sagte er bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens am Mittwoch vergangene Woche. Unter Effektoren versteht man in diesem Zusammenhang die Geschosse der eingesetzten Systeme, und ergänzte, dass "etwa 2.000 Effektoren" verschossen wurden.

Er hob die Systeme seines Unternehmens hervor, die bereits im Nahen Osten im Einsatz wären, darunter die Oerlikon 35-mm-Zwillingskanone, das Millennium-Geschütz und die Revolverkanone. Für die 35-mm- oder 30-mm-Waffen von Rheinmetall würde der Schuss bei etwa 1.000 US-Dollar (ungefähr 865 Euro) liegen, so Papperger.

Telefonische Anfragen nach Rheinmetall-Systemen

"Übers Wochenende standen die Telefone nicht still, man will unsere Systeme haben", bekräftigte er und ergänzte, dass er die Länder zwar nicht nennen dürfe, dass jedoch "weit über 100 Drohnen" mit Rheinmetall-Systemen vergangenes Wochenende abgeschossen wurden.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten zeige, dass es weltweit "viele Aggressoren" gebe, gegen die solche Systeme gebraucht würden. Gleichzeitig gehe es bei der Drohnenabwehr auch um Wirtschaftlichkeit, denn "more bang for the Dollar" sei hier der entscheidende Punkt, so Papperger. Der Konzernchef hebt hervor, dass es "viel zu teuer" sei, mit teuren Flugabwehrraketen Drohnen abzuschießen, "wenn man sie mit unserem System abschießen kann."

Drohnen seien für sich genommen nicht besonders effektiv, da mehr als 90 Prozent abgefangen würden.

"Aber diejenigen, die durchkommen, sind effektiv." Gerade deshalb werde Drohnenabwehr in der Luftverteidigung immer wichtiger. Nach seinen Angaben würden inzwischen mehr als 80 Prozent der Angriffe mit Drohnen durchgeführt – vor allem, weil sie vergleichsweise günstige Angriffswaffen sind.

"Und es ist eben ein neuer Effektor – und auf diesen neuen Effektor müssen wir uns einstellen", erklärte Papperger und gab an, dass Rheinmetall sich einstellen würde, "vor allen Dingen mit dem Skynex-System, aber auch Skynart, Skyguard und Skyranger".

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