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Kein Zurück zur Normalität: IWF warnt vor dauerhaften wirtschaftlichen Schäden durch Iran-Krieg

ARCHIV - IWF-Chefin Kristalina Georgiewa spricht auf einer Pressekonferenz bei der Jahrestagung von Weltbank und IWF in Washington am 17. Oktober 2019.
ARCHIV - IWF-Chefin Kristalina Georgiewa spricht auf einer Pressekonferenz bei der Weltbank/IWF-Jahrestagung in Washington am 17. Oktober 2019. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Der IWF senkt seine globale Wachstumsprognose, stellt 42,9 Milliarden Euro Nothilfe bereit und warnt: 45 Millionen Menschen drohen Hunger und Ernährungsunsicherheit.

Der Internationale Währungsfonds wird seine Prognosen für das weltweite Wachstum wegen des Kriegs im Nahen Osten nach unten korrigieren, sagte Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa am Donnerstag. Sie warnte vor langfristigen wirtschaftlichen Schäden, selbst im optimistischsten Szenario.

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„Selbst im günstigsten Fall kehren wir nicht einfach sauber zum früheren Zustand zurück“, sagte Georgiewa. Steigende Energiekosten, zerstörte Infrastruktur, Lieferausfälle und ein Vertrauensverlust an den Märkten würden das Wachstum dämpfen, unabhängig davon, wie sich der Konflikt weiterentwickelt.

Der IWF rechnet zudem damit, zwischen 20 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro) und 50 Milliarden Dollar (42,9 Milliarden Euro) an Nothilfen zur Stützung der Zahlungsbilanz in kriegsbetroffenen Ländern bereitzustellen. Die niedrigere Summe setzt allerdings voraus, dass die Waffenruhe hält.

Mindestens 45 Millionen Menschen droht infolge des Konflikts eine unsichere Ernährungslage.

Über 50 Milliarden Euro an Hilfen möglich

Weltbank-Präsident Ajay Banga sagte am Donnerstag im Sender Bloomberg TV, seine Institution könne für von dem Krieg betroffene Entwicklungs- und Schwellenländer sehr schnell bis zu 25 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro) mobilisieren. Langfristig stünden bis zu 60 Milliarden Dollar (50 Milliarden Euro) bereit.

Die Aussagen fielen zum Auftakt der gemeinsamen Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington, zu der führende Wirtschafts- und Finanzpolitikerinnen und -politiker aus aller Welt anreisen.

Der US-israelische Krieg gegen den Iran, begonnen am 28. Februar, hat den Nahen Osten in Gewalt gestürzt, Lieferketten durcheinandergebracht und den Ölpreis in die Höhe getrieben, nachdem Teheran die Straße von Hormus praktisch blockiert hat.

Teheran und Washington werfen einander Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Gespräche über einen tragfähigeren Frieden sind für Samstag geplant.

„Auch an die Pazifikinseln denken“

Georgiewa hob hervor, wie ungleich die Lasten der Krise verteilt sind. Besonders stark treffe sie einkommensschwache Länder, die Energie einführen müssen.

„Denken wir auch an die pazifischen Inselstaaten am Ende einer langen Lieferkette, die sich fragen, ob sie überhaupt noch Treibstoff bekommen“, sagte sie.

Die Weltbank erklärte am Mittwoch, die Wirtschaft im Nahen Osten ohne den Iran werde im Jahr 2026 voraussichtlich nur noch um 1,8 % wachsen. Das sind 2,4 Prozentpunkte weniger als in den Prognosen vor Kriegsbeginn.

Auch die Prognose für die weltweite Teuerung dürfte nach oben gehen, angetrieben von Ölpreisschocks und gestörten Lieferketten.

In einer gemeinsamen Erklärung warnten IWF, Weltbank und Welternährungsprogramm, dass steigende Preise für Öl, Gas und Dünger in Verbindung mit Engpässen im Transportwesen „unweigerlich zu steigenden Lebensmittelpreisen und wachsender Ernährungsunsicherheit“ führen werden.

Die eigenen Analysen des Fonds zeichnen ein düsteres Bild.

In Ländern, in denen gekämpft wird, sinkt die Wirtschaftsleistung zu Beginn im Schnitt um drei Prozent und geht danach jahrelang weiter zurück, heißt es darin.

Eine frühere Bewertung des Iran-Kriegs war noch deutlicher: „Am Ende führen alle Wege zu höheren Preisen und schwächerem Wachstum.“

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