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Wegen strenger Alkoholregeln: Lidl baut Pub in Nordirland

ARCHIV - Eine Kundin nimmt sich am 26. März 2008 vor einem Lidl Markt in Bremen einen Einkaufswagen
ARCHIV - Eine Kundin nimmt sich am 26. März 2008 vor einem Lidl Markt in Bremen einen Einkaufswagen Copyright  AP Photo/Joerg Sarbach
Copyright AP Photo/Joerg Sarbach
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Weil Lidl in Nordirland keine Alkohollizenz für seinen Supermarkt bekommt, baut der Discounter kurzerhand einen eigenen Pub. Ein Gericht gab grünes Licht für den ungewöhnlichen Schritt.

Der Discounter Lidl geht in Nordirland einen ungewöhnlichen Schritt: weil das Unternehmen keine Lizenz für den Alkoholverkauf im Supermarkt bekommen hat, baut es nun kurzerhand einen eigenen Pub.

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Wie der britische öffentlich Rechtliche Sender BBC berichtet, entsteht das Lokal derzeit im Ort Dundonald bei Belfast, direkt neben einer Lidl-Filiale.

Der Hintergrund ist ein besonders restriktives Lizenzsystem. Supermärkte müssen in Nordirland zwei Hürden überwinden, um Alkohol verkaufen zu dürfen: Sie müssen eine bestehende Lizenz übernehmen – etwa von einem schließenden Pub – und zusätzlich nachweisen, dass das Angebot vor Ort nicht ausreicht.

Genau daran scheiterte Lidl mit einem klassischen "Off-Sales-Antrag".

Für einen Pub hingegen konnte das Unternehmen diese Voraussetzung erfüllen – auch, weil in der Umgebung zuletzt Bars geschlossen hatten.

Der Discounter nutzt damit eine rechtlich zulässige Alternative: Eine Pub-Lizenz erlaubt automatisch auch den Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen. Konkurrenten hatten dagegen geklagt und Lidl vorgeworfen, eine Gesetzeslücke auszunutzen. Ein Gericht wies die Klage jedoch Anfang 2025 ab.

Der zuständige Richter stellte klar, dass ein neuartiger Antrag allein kein Grund für eine Ablehnung sei. Der geplante Pub soll Platz für rund 60 Gäste bieten und als eigenständiges Lokal neben dem Supermarkt betrieben werden.

Laut Lidl handelt es sich um ein Projekt, das nach rund sechs Jahren Planung nun umgesetzt wird. Die Eröffnung ist für diesen Sommer vorgesehen. Im Angebot sollen unter anderem ausgewählte Produkte aus dem eigenen Bier-, Wein- und Spirituosensortiment stehen – mit besonderem Fokus auf lokale Anbieter.

Dass Lidl künftig häufiger auf eigene Pubs setzt, gilt allerdings als unwahrscheinlich, da der Fall eng an die speziellen Regeln in Nordirland gebunden ist.

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