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Druschba-Pipeline: Kasachstan stoppt im Mai Öllieferungen nach Deutschland

Am Montag, dem 4. Juli 2022, brennt eine Flamme in der PCK-Raffinerie in Schwedt, Deutschland
Am Montag, dem 4. Juli 2022, brennt eine Flamme in der PCK-Raffinerie in Schwedt, Deutschland Copyright  Patrick Pleul/dpa via AP
Copyright Patrick Pleul/dpa via AP
Von Gábor Tanács
Zuerst veröffentlicht am
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Berichte hatten zuvor gewarnt, dass der Öltransit über den nördlichen Zweig der Druschba-Pipeline nach Deutschland gestoppt werden könnte. Kasachstans Energieminister spricht von einer "technischen Pause" im Mai.

Die Rohöllieferungen zur PCK-Raffinerie in Schwedt über den nördlichen Strang der Druschba-Pipeline sollen im Mai vorübergehend ausgesetzt werden. Das erklärte der kasachische Energieminister nach Gesprächen mit nicht näher benannten Partnern. Offiziell ist von technischen Gründen die Rede.

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Parallel heißt es Medienberichten zufolge jedoch, dass Russland ab dem 1. Mai kein kasachisches Rohöl mehr über sein Pipeline-System nach Schwedt leiten will. Damit stünde eine zentrale Versorgungsroute für Berlin und Nordostdeutschland vorerst still. Die Bundesregierung gibt sich bislang gelassen und sieht die Versorgung aktuell nicht gefährdet.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurde die unter Treuhandverwaltung stehende deutsche Rosneft-Tochter von der Bundesnetzagentur informiert. Die Entscheidung soll aus dem russischen Energieministerium kommen. Eine direkte Bestätigung aus Moskau gegenüber der Bundesregierung steht allerdings weiter aus.

Das Öl wird von der staatlichen kasachischen Pipelinegesellschaft KazTransOil über das russische Transneft-System transportiert und anschließend durch Belarus über das Gomeltransneft-Druzhba-Netz weitergeleitet. Dort teilt sich die Leitung in einen nördlichen und einen südlichen Zweig.

Über den nördlichen Strang gelangt kasachisches Öl durch Polen zur Raffinerie in Schwedt. Grundlage ist ein zwischenstaatliches Abkommen zwischen Kasachstan und Russland aus dem Jahr 2002.

Deutschland und die EU sind zunehmend auf Lieferungen aus Kasachstan angewiesen. Für 2025 werden Öleinfuhren von rund 2,146 Millionen Tonnen erwartet – ein Anstieg um etwa 43.000 Barrel pro Tag beziehungsweise rund 44 Prozent im Vergleich zu 2024.

Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow verwies Journalisten an die beteiligten Ölunternehmen. Auf Nachfrage erklärte der stellvertretende Energieminister Jerlan Akkenzhenow, die technischen Probleme könnten auch im Zusammenhang mit Angriffen auf russische Ölinfrastruktur stehen – sicher sei das jedoch nicht. Erst am 21. April war eine wichtige russische Ölverteilungsanlage in der Region Samara Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs geworden.

Nach Angaben ukrainischer Medien wurden dabei mehrere Rohöltanks schwer beschädigt. Parallel dazu gab das ungarische Energieunternehmen MOL bekannt, dass die Ukraine die Reparaturarbeiten an der Druschba-Pipeline abgeschlossen habe, sodass Lieferungen nach Ungarn und in die Slowakei wieder aufgenommen werden können.

Der Fall hatte international für Spannungen gesorgt: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán warf der Ukraine vor, mit der Unterbrechung des Öltransits Einfluss auf ungarische Wahlen nehmen zu wollen. Er stellte die technischen Probleme infrage und blockierte in der Folge ein bereits genehmigtes EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.

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