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Neue Studie: 19 Meter lange Kraken durchstreifen vor 100 Millionen Jahren die Ozeane

Diese Illustration von Forschenden aus dem April 2026 zeigt einen riesigen Oktopus, der vor Millionen Jahren zu den Spitzenräubern der Meere gehört haben könnte.
Diese im April 2026 veröffentlichte Illustration von Forschenden zeigt einen riesigen Oktopus, der vor Millionen Jahren ein Spitzenräuber im Meer war. Copyright  Yohei Utsuki via AP
Copyright Yohei Utsuki via AP
Von Angela Symons mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Forschende untersuchten Kiefer von fünfzehn uralten Oktopusfossilien, um abzuschätzen, wie groß die Tiere einst wurden.

Der Spitzenräuber der Meere zur Zeit der Dinosaurier vor rund hundert Millionen Jahren könnte ein Oktopus gewesen sein.

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Neue Analysen versteineter Kiefer zeigen: Einst jagten riesige, krakenähnliche Oktopusse Seite an Seite mit anderen Meeresräubern. Die Tiere besaßen acht Arme und längliche Körper, die bis zu neunzehn Meter erreichten – vergleichbar mit anderen fleischfressenden Meeresreptilien.

„Diese Kraken müssen ein furchteinflößender Anblick gewesen sein“, schrieb der Paläontologe Adiel Klompmaker von der University of Alabama in einer E-Mail. Er war an der neuen Forschung nicht beteiligt.

Dinosaurier-Fans wissen: In der späten Kreidezeit beherrschten scharfzahnige Haie und Meeresreptilien wie Mosasaurier und Plesiosaurier die Ozeane.

Doch Kraken tauchen in diesem Bild selten auf. Forschende haben zwar bereits gigantische Verwandte der heutigen Oktopusse aus der Dinozeit beschrieben und kleine Arten untersucht, die Muscheln anbohrten. Weil ihr weicher Körper aber kaum versteinert, ist schwer zu bestimmen, wie groß diese Tiere tatsächlich wurden.

Lange galt zudem die Vorstellung, dass weiche Wirbellose ohne Rückgrat nicht zur Liga der Spitzenräuber gehörten. Die aus gehärtetem Chitin bestehenden Schnäbel der Kraken sind jedoch so robust, dass sie Schalen und Knochen zerquetschen können.

Forschende finden uralte Krakenreste mit digitalem Fossilien-Mining

In der neuen Studie analysierte das Team die Kiefer von fünfzehn urzeitlichen Oktopus-Fossilien, die zuvor in Japan und auf Kanadas Vancouver Island gefunden worden waren. Zusätzlich identifizierten sie zwölf weitere Kiefer aus Japan mit einer von ihnen entwickelten Methode, die sie „digitales Fossilien-Mining“ nennen. Dabei scannen sie Gestein in Querschnitten und machen verborgene Fossilien sichtbar.

Die Forschenden verglichen die Kiefer mit denen heutiger Kraken, um die Körperlänge zu schätzen. Demnach wurden die urzeitlichen Tiere etwa sieben bis neunzehn Meter lang. Der größte Kiefer war deutlich größer als bei jedem heute lebenden Oktopus, erklärte Koautor und Paläontologe Yasuhiro Iba von der Hokkaido University per E-Mail.

Außerdem zeigte der größte Kiefer deutliche Gebrauchsspuren: Kratzer, Absplitterungen und abgerundete Kanten. Das deute darauf hin, so Iba, dass „die Tiere immer wieder harte Beute wie Schalen und Knochen zerdrückten“.

Die Ergebnisse erschienen am Donnerstag, dem 23. April, im Fachjournal Science.

Diese von Forschenden im April 2026 erstellte Illustration zeigt einen riesigen Oktopus, der vor Millionen von Jahren ein Spitzenräuber der Meere gewesen sein könnte.
Diese von Forschenden im April 2026 erstellte Illustration zeigt einen riesigen Oktopus, der vor Millionen von Jahren ein Spitzenräuber der Meere gewesen sein könnte. Yohei Utsuki via AP

Was stand bei Riesenkraken auf dem Speiseplan?

Ohne Mageninhalte bleibt allerdings unklar, was genau die Tiere fraßen und ob sie wirklich direkt mit anderen Spitzenräubern um Beute konkurrierten. Möglich ist, dass sie Fische oder Schnecken jagten, die sie mit ihren beweglichen Armen packten und mit dem Schnabel in Stücke brachen.

Funde von Krakenfossilien an weiteren Orten könnten Paläontologinnen und Paläontologen helfen, ihre Rolle in den damaligen Nahrungsnetzen besser zu verstehen, sagt Paläontologe Neil Landman vom American Museum of Natural History in New York.

„Es ist ein großer alter Planet“, sagt Landman, der an der neuen Studie nicht beteiligt war. „Wir haben also noch sehr viel zu untersuchen, um das Meeresökosystem im Lauf der Zeit zu rekonstruieren.“

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