Ein Video aus dem Südlibanon zeigt israelische Soldaten bei der Zerstörung von Solaranlagen. Die Armee hat Ermittlungen eingeleitet.
Hebräischen Medien zufolge hat die israelische Armee eine Untersuchung zu einem Video eingeleitet, das Soldaten bei der Zerstörung von Sonnenkollektoren in einem christlichen libanesischen Dorf zeigt.
Der Vorfall ereignete sich im südlibanesischen Dorf Dibal – demselben Ort, der bereits vergangene Woche für Schlagzeilen gesorgt hatte. Damals war ein Foto viral gegangen, das einen israelischen Soldaten zeigt, der eine Jesus-Statue zerstört. Die Aufnahme löste teils heftige Reaktionen aus.
Der israelische Sender Kan berichtete, dass die in einem Video gezeigten Solarpaneele zu einer zivilen Infrastruktur gehörten, die von Hunderten Bewohnern genutzt wird. Viele von ihnen seien nicht evakuiert worden und weiterhin in ihren Häusern geblieben – ihnen sei durch die Zerstörung der Zugang zu Strom genommen worden.
In einer Stellungnahme erklärte die Israel Defense Forces, das Verhalten stehe "nicht im Einklang mit den Werten der IDF und den Erwartungen an ihre Soldaten". Der Vorfall werde untersucht, anschließend würden entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Bereits am Dienstag hatte die Armee mitgeteilt, dass der Soldat, der bei der Zerstörung der Christusstatue zu sehen war, nach Abschluss der Untersuchung aus dem Kampfdienst entfernt und zu 30 Tagen Militärhaft verurteilt wurde. Auch der Soldat, der den Vorfall gefilmt hatte, erhielt dieselbe Strafe.
Zudem wurden sechs weitere Soldaten, die anwesend waren, aber nicht eingegriffen oder den Vorfall gemeldet hatten, zu internen Gesprächen einbestellt. Über mögliche weitere Konsequenzen soll auf Grundlage dieser Gespräche entschieden werden.
Im gleichen Zusammenhang berichtete die israelische Zeitung Haaretz, dass israelische Soldaten im Südlibanon in großem Umfang ziviles Eigentum geplündert haben sollen. Demnach seien unter anderem Motorräder, Fernseher, Möbel und Teppiche aus Häusern und Geschäften entwendet worden. Zeugenaussagen zufolge hätten Vorgesetzte davon gewusst, ohne einzugreifen.