Der ägyptische Präsident beklagt, dass derzeit versucht werde, die Landkarte im Nahen Osten neu zu zeichnen. Neben Abdel Fattah al-Sisi fordert auch Katar mehr humanitäre Hilfe für Gaza sowie Fortschritte beim Friedensplan für das Palästinensergebiet.
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat beklagt, dass der Nahe Osten "vorsätzlichen Versuchen" ausgesetzt sei, die Landkarte unter extremen ideologischen Vorwänden umzugestalten. Und er warnte vor zunehmender Instabilität in der Region.
Schon zuvor hatte al-Sisi auf einer Nahost-Reise erklärt, die Region drohe wegen des Iran-Kriegs zu explodieren.
In einer Fernsehansprache zum Tag der Befreiung des Sinai betonte er jetzt, die Souveränität und territoriale Integrität der Staaten müsse respektiert werden, und Ägyptens Staatschef lehnte Versuche ab, Länder zu fragmentieren oder sich ihrer Ressourcen zu bemächtigen.
Schon zuvor hatte der Finanzminister von Katar gewarnt, der eigentliche Schock für die Weltwirtschaft durch den Iran-Krieg stehe noch bevor.
Abdel Fattah al-Sisi sagte, dass politische Lösungen und Verhandlungen der einzige Weg zur Stabilität seien, und er rief zur Zusammenarbeit und zum Wiederaufbau anstelle von anhaltenden Konflikten auf.
Iran-Spannungen und Sicherheit am Golf
Einen Tag zuvor hatte al-Sisi in Zyperns Hauptstadt Nikosia bei Konsultationen zwischen arabischen und EU-Staats- und Regierungschefs zum Iran-Krieg erklärt, jedes mögliche Abkommen mit Teheran müsse den Sicherheitsbedenken der Golfstaaten Rechnung tragen.
Al-Sisi sagte, die jüngsten Entwicklungen hätten ernste Auswirkungen auf die regionale Stabilität, die Seeschifffahrt und die Weltwirtschaft, insbesondere auf die Energieversorgung und die Lieferketten.
Ägypten lehne Angriffe auf arabische Länder ab und unterstütze die Bemühungen zur Eindämmung der Eskalation, ein politischer Weg sei der einzig gangbare.
Verletzungen des Waffenstillstands im Gazastreifen
In seinen im Fernsehen übertragenen Äußerungen forderte al-Sisi auch die vollständige Umsetzung der zweiten Phase der Waffenruhe im Gazastreifen, einschließlich ungehinderter humanitärer Hilfe sowie den sofortigen Beginn des Wiederaufbaus.
Er bekräftigte Ägyptens Ablehnung jeglicher Versuche, Palästinenser zu vertreiben, und forderte ein Ende der wiederholten Angriffe im besetzten Westjordanland.
Katar forderte zudem die vollständige Öffnung der Grenzübergänge, um humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Der Golfstaat warnte vor schwerwiegenden humanitären Folgen, sollte der Zugang zum Gazastreifen weiterhin eingeschränkt bleiben.
Die Regierung in Doha äußerte sich besorgt über israelische Verletzungen der Waffenruhe und Einschränkungen der humanitären Hilfe. Dadurch würden die nächste Phase des Abkommens behindert und die Aussichten auf Fortschritte untergraben.