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Eurozone: Inflation steigt auf drei Prozent bei teurem Öl und schwächerem Wachstum

ARCHIV: Wolken bedecken den Himmel über der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, Deutschland, am elften September 2025.
ARCHIV - Wolken verdecken den Himmel über der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, Deutschland, am elften September 2025. Copyright  AP Photo/Michael Probst, File
Copyright AP Photo/Michael Probst, File
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am
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Steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg haben im April die Inflation im Euroraum angeheizt. Das Wachstum blieb schwach – eine heikle Mischung für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank.

Die jährliche Teuerung in den einundzwanzig Ländern mit Euro-Währung ist im April von zwei Komma sechs auf drei Prozent gestiegen. Haupttreiber waren deutlich höhere Energiepreise, die laut der Statistikbehörde Eurostat um zehn Komma neun Prozent anzogen.

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Unter den wichtigsten Komponenten verzeichnete Energie im April mit zehn Komma neun Prozent den stärksten Preisanstieg, nach fünf Komma eins Prozent im März. Dahinter folgen Dienstleistungen mit drei Prozent, nach zuvor drei Komma zwei Prozent. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um zwei Komma fünf Prozent, nach zwei Komma vier Prozent. Nichtenergetische Industriegüter legten um null Komma acht Prozent zu, nach null Komma fünf Prozent.

Die Preise in Europa steigen weiter, weil die Energiekosten infolge des Iran-Kriegs explodieren. Der Ölpreis erreichte am Donnerstagmorgen ein neues Kriegs-Hoch: Die Sorte Brent kostete zeitweise mehr als 126 US-Dollar je Barrel, nach rund 73 Dollar vor Ausbruch des Kriegs am 28. Februar.

Eurozone: Wirtschaftsleistung bremst ab

Die Eurozone musste einen doppelten Dämpfer verkraften. In den ersten drei Monaten des Jahres legte die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal nur noch um null Komma eins Prozent zu, wie Eurostat meldet.

Im gesamten EU-Raum lag das Wachstum im ersten Quartal 2026 ebenfalls bei null Komma eins Prozent. Im vierten Quartal 2025 war das Bruttoinlandsprodukt in beiden Regionen noch um null Komma zwei Prozent gestiegen.

Im Jahresvergleich wuchs das saisonbereinigte BIP im Euroraum um null Komma acht Prozent und in der EU um ein Prozent.

Damit schwächt sich die Dynamik ab. Im Quartal davor war die Wirtschaftsleistung im Euroraum noch um ein Komma drei Prozent und in der EU um ein Komma vier Prozent gestiegen.

Der Krieg versetzt die Weltwirtschaft in einen massiven Schock. Iran hat die Straße von Hormus blockiert, durch die zuvor rund zwanzig Prozent des weltweiten Ölhandels von Produzenten am Persischen Golf zu den Abnehmern liefen.

Die Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation – Ökonominnen und Ökonomen sprechen von Stagflation – könnte für die Europäische Zentralbank zu einer ernsten Bewährungsprobe werden. Beobachter rechnen damit, dass die Notenbank den Leitzins am Donnerstag unverändert lässt, obwohl die Teuerung inzwischen klar über dem Ziel von zwei Prozent liegt.

Besonders problematisch ist der Inflationsanstieg, weil er in eine Phase ohnehin schwachen Wachstums fällt. Normalerweise reagiert eine Zentralbank mit höheren Leitzinsen, um die Teuerung zu dämpfen. Das verteuert jedoch Kredite und kann die Konjunktur bremsen.

Wenn die Inflation nur vorübergehend erscheint, versuchen Geldpolitiker sie häufig auszusitzen, denn Zinsänderungen wirken erst mit Verzögerung in die Realwirtschaft hinein.

Auch die Bank of Japan und die US-Notenbank Federal Reserve haben in dieser Woche ihre Zinssätze unverändert gelassen. Von der Bank of England wird am Donnerstag ein ähnlicher Kurs erwartet.

Damit verharren die EZB und andere Zentralbanken vorerst in Wartestellung. Sie beobachten die Inflation genau, scheuen aber sowohl weitere Zinserhöhungen als auch schnelle Senkungsschritte. Der Leitzins der EZB liegt seit Juni 2025 bei zwei Prozent.

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