Die Marine verlegt Schiffe ins Mittelmeer, um im Ernstfall schneller reagieren zu können. Berlin signalisiert Bereitschaft zum Schutz der Schifffahrt – knüpft eine Beteiligung jedoch an klare Bedingungen.
Die Bundeswehr bereitet sich auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. Ein Versorgungsschiff der Marine, das aktuell in der Ägäis im Rahmen der NATO-Unterstützung im Einsatz ist, soll seine dortigen Aktivitäten in den kommenden Tagen beenden, so die Bundeswehr.
Der Tender Mosel soll gemeinsam mit dem Minenjagdboot Fulda in den NATO-Minenabwehrverband 2 im Mittelmeer wechseln. Ziel sei es, bei einer möglichen Operation in der Straße von Hormus bereits näher am Ort des Geschehens zu sein.
Demnach sei die Bundesregierung gewillt, "einen wesentlichen und sichtbaren Beitrag" zum Schutz der freien Seefahrt in der Straße von Hormus zu leisten. Des Weiteren führt die Bundeswehr Voraussetzungen für eine deutsche Beteiligung an einer Operation an: "Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Bundestags".
Bereits Ende April bereitete sich die Bundesregierung offenbar intensiv auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor, wie Euronews berichtete. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte im Interview mit der Rheinischen Post: "Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen."
"Das könnten wir leisten, um in der Meerenge von Hormus zu einer freien und sicheren Schifffahrt und Navigation beizutragen", so Pistorius.
Auch andere europäische Länder bereiten sich offenbar auf einen möglichen Einsatz im Nahen Osten vor. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte bereits an, Italien sei bereit, vier Marineschiffe zur Entminung der Straße von Hormus zu entsenden.